Vier Dinge, die Sie über gute Texte wissen sollten

Die Ihnen aber keiner sagt

Es gibt Irrtümer, die machen Ihnen das Leben bzw. Schreiben schwerer als nötig. Oder dem Leser das Verstehen. Einer davon ist: Schreiben ist nur was für besonders Talentierte. Ich zeige Ihnen vier Dinge, die Sie über gute Texte wissen sollten, die Ihnen möglicherweise noch keiner gesagt hat.

Schreiben ist ein Prozess

Schreiben fällt Ihnen schwer, weil Sie den Anspruch haben, direkt auf Anhieb einen druckreifen Text zu formulieren?

Kein Wunder – denn Schreiben ist weit mehr als das eigentliche Formulieren!

Das nämlich ist nur einer fünf Schritten in dem Prozess, den ich etabliert habe.

Auch wenn Sie Schwierigkeiten haben, auf den Punkt zu kommen und nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, wird es Sie deutlich entlasten, wenn Sie diese fünf Schritte nacheinander gehen. Und nicht versuchen während des Schreibens den roten Faden zu spinnen, super zu formulieren und Fehler direkt zu korrigieren.

Mit diesen Schwierigkeiten sind Sie übrigens nicht alleine – das sind ganz typische Probleme der Teilnehmer meiner Schreibtrainings.

Niemand verlangt, dass Ihr Text direkt druckreif ist, wenn Sie ihn aufs Papier bringen. Ich hatte in einem Inhouse-Schreibtraining mal eine Teilnehmerin, die fast verzweifelt ist, weil sie aus diesem Grund mit ihrem Text nicht vorangekommen ist. Sie musste ständig unterbrechen, um die eben geschriebene Stelle zu überarbeiten bzw. auf Hochglanz zu polieren.

Davor kann ich Sie nur warnen – nehmen Sie sich die Freiheit heraus, einfach zu tippen. Alles andere behindert Ihren Denkfluss und die Kreativität. Fürs Überarbeiten haben Sie hinterher noch genug Zeit.

Und wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, ist es ein Konzept, das Ihnen helfen wird. Das ist nämlich der erste Schritt im Schreibprozess.

Mehr zu diesen Schritten in meinem Text Eine kleine Anleitung für gute Texte

Jeder kann schreiben!

Schreiben ist definitiv kein Hexenwerk! Und es ist nicht nur denjenigen vorbehalten, die dafür ein Talent haben!

Es ist ein Handwerk, das jeder lernen kann. Mit Übung und Willen – und guten Tipps.

In einem meiner Seminare sagte eine Teilnehmerin nach nur vier Stunden Training: „Ich würde meinen Text jetzt im Leben so nicht mehr formulieren!“

Und darum geht es: Verstehen Sie die Grundlagen guter Texte, lernen Sie die Regeln und gehen Sie ans Werk.

Schreiben ist wie jedes andere Handwerk oder Sport.

Als ich vor gut fünf Jahren mit dem Klettern begonnen habe, taten mir nach einer Stunde die Finger unfassbar weh. Ich habe die Freaks bewundert, die im schwierigsten Grad mit einer Leichtigkeit rumkraxelten, dass mir der Mund offen stehen blieb.

Mit vielen Technikkursen, guten Tipps von befreundeten Trainern und dem zwischenzeitlichen Beginn mit Yoga bin ich nun selber an einem Punkt, dass ich meinen Körper für die Verrenkungen danke, die er an der Kletterwand mitmacht.

Was ich Ihnen damit verdeutlichen will: Es braucht nicht so etwas wie Talent, um gut in etwas zu sein. Gut – mit Talent geht es einem leichter von der Hand. Aber mit Wille, Disziplin und Hartnäckigkeit werden auch Sie besser schreiben, wenn Sie das wirklich wollen. Holen Sie sich immer wieder Feedback. Lernen Sie die Theorie, probieren Sie es aus, stellen Sie Fragen und üben Sie weiter.

Auch ich lese ständig Bücher von Schreib-Koryphäen, lese andere Blogs und lerne neue Kniffe.

Also: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es Ihnen schwer fällt! Bleiben Sie dran!

Es ist IHRE Verantwortung, dass der Leser Ihren Text versteht

Oft sagen mir Freunde oder Bekannte, sie hätten den Eindruck, die Leute seien nicht im Stande ihre Website oder Flyer richtig zu lesen bzw. zu verstehen.

Ich glaube, wenn Sie auf meinem Blog gelandet sind, wissen Sie bereits, dass gute Texte wichtig sind, wenn Sie erfolgreich sein wollen.

Ein Text ist unter anderem dann gut, wenn Ihr Zielkunde ihn gerne liest und versteht.

Und vor allem beim Verstehen ist es an Ihnen!

Es ist nicht die Aufgabe des Lesers, zu interpretieren, was Sie gemeint haben können. (Die Zeiten des Deutschunterrichts und der vielen Interpretationen sind vorbei!) Es zeugt auch nicht von Schreibkunst, verschwurbelte Formulierungen aneinander zu reihen.

Aber das wissen Sie, sonst würden Sie das hier nicht lesen.

Um die Verständlichkeit des Textes sicherzustellen, gibt es in meinem Schreibprozess einen eigenen Schritt: „Don’t make me think“. Sie sorgen also dafür, dass der Leser nicht mehr nachdenken muss, sondern der Text absolut eingängig ist. Schließlich wollen SIE etwas vom Leser.

Mehr zu Schritt 3 des Schreibprozess finden Sie in Eine kleine Anleitung für gute Texte
Mehr zum Thema verständliche Texte formulieren: Ein Plädoyer für mehr Selbstkritik im Alltag

Je einfacher und natürlicher desto besser

Ideal lesbar ist ein Text dann, wenn er möglichst natürlich geschrieben ist. Natürlich heißt: Schreiben Sie so, wie Sie normalerweise sprechen.

Das heißt nicht, dass Sie in Floskeln oder Slang verfallen sollen.

Ich lade Sie aber dazu ein, dass Sie jeden Ihrer Texte einmal laut vorlesen und sich fragen, ob Sie das so Ihrem Kunden sagen würden, wenn er vor Ihnen stünde. Wenn Sie sich nicht wiedererkennen in dem Geschriebenen und finden, dass es extrem steif klingt – gehen Sie nochmal in den Text.

Verben, aktive Formulierungen und natürliche Sprache sind ein Erfolgsgarant für ansprechende Texte, die jeder gern liest.

Sie alle kennen diese Briefe von Behörden, die man fünfmal lesen muss, um annähernd zu verstehen, was darin eigentlich gesagt wird.

Manche glauben ja, ein Text ist umso besser, je länger die Sätze, je größer die Anzahl an Fremdworten und desto schwerer verständlich der gesamte Inhalt ist.

So etwas will niemand lesen! Und schon gar nicht, wenn Sie sich an Kunden oder potentielle Kunden richten!

Die schwammigen Formulierungen von Behörden sind ein Schutzmechanismus, um nicht konkret werden zu müssen. Die passiven Formulierungen, die vielen Substantivierungen, die langen Sätze – komplett kontraproduktiv!

Auf meiner Checkliste finden Sie fünf Tipps, die Ihre Texte direkt knackiger machen.

Mehr dazu finden Sie auch in meinem Artikel Schreibe kurz und Sie werden dich lesen