Wie Fettungen Ihre Texte lesbarer machen

So heben Sie Wichtiges optimal hervor

Sehr oft werde ich gefragt, ob es sinnvoll ist, Stellen im Text zu „fetten“, also fett zu markieren. Meine Antwort dazu lautet: „Ja und nein“. Denn das oberste Gebot eines Webtextes ist seine Lesbarkeit. Er sollte sich so einfach wie möglich überfliegen, also scannen, lassen. Fettungen können dieses Leseverhalten unterstützen – aber auch behindern. Lesen Sie, wie Sie Wichtiges richtig hervorheben.

Die Lesbarkeit ist das A und O von Texten, vor allem und gerade im Web. Ihr Leser überfliegt Ihre Seite nur kurz, um abzuscannen, ob und wo relevante Informationen auf Ihrer Seite stehen.

Fettungen im Text helfen dabei, einzelne Stellen oder Schlagwörter hervorzuheben. Sie unterstützen damit die Hierarchie der Inhalte visuell und dienen dem Leser als Orientierung. Er kann den Text so noch einfacher überfliegen und die Inhalte finden, die relevant für ihn sind.

Was Sie beim Fetten von Text beachten sollten

1. Nicht übertreiben

Jetzt kommt das ABER:

Übertreiben Sie es nicht!

Sehr oft sehe ich Webtexte, in denen so viele Schlagworte fett markiert sind, dass er sich ganz und gar nicht besser scannen lässt.  Das Auge wird dann von der Menge an gefetteten Stellen förmlich erschlagen. Und das hilft Ihrem Leser natürlich nicht wirklich weiter. Am Ende muss er wieder anfangen, Ihre Seite nach relevanten Informationen zu durchsuchen – genau das, was wir durch Fettungen vermeiden wollen.

Als ungefähren Richtwert können Sie sich merken, dass maximal zehn Prozent des gesamten Textes hervorgehoben sein sollten. Sonst passiert genau das, was ich bereits sagte: die Hervorhebung verliert ihre Wirkung.

(Fangen Sie jetzt aber bitte nicht an, zusätzlich noch Wörter, Sätze oder Stellen kursiv zu setzen, damit Sie nicht zu viel fett hervorheben! Denn das verwirrt Ihren Leser nur noch mehr.)

2. Vorher überlegen, was Sie fetten und warum

Die Fett-Markierungen in Ihrem Text sollten Sie wohl durchdenken – und sich auch fragen, ob eine Fettung wirklich immer das Mittel erster Wahl ist. (Ist es in vielen Fällen nicht, ich zeige Ihnen später ein paar Beispiele.)

Überlegen Sie vorher, warum Sie ein Wort, eine Stelle oder einen ganzen Satz hervorheben wollen. Ein paar mögliche Szenarien:

  • Wollen Sie die Bedeutung eines ganzen Satzes unterstreichen?
  • Ist es ein relevantes Schlagwort, das der Leser direkt finden soll?
  • Wollen Sie, dass der Leser den Überblick behält?

Zu viele Fettungen = kein Überblick mehr

Falls Sie bei der Aufzählung eben beim dritten Punkt, „Leser soll den Überblick behalten“, (innerlich) genickt haben, muss ich Ihnen jetzt leider einen kleinen Dämpfer verpassen. Denn dass Sie den Eindruck haben, den Überblick durch Fettungen fördern zu müssen, hat häufig einen bestimmten Grund: Ihr Text ist noch nicht optimal formuliert oder formatiert.

Das kann an folgenden Punkten liegen:

  • Zu viele Informationen in einem Satz
  • Zu lange Absätze
  • Fehlende oder nicht-treffende Zwischenüberschriften

Schauen wir uns dazu ein paar Beispiele an.

Beispiele für Fettungen, die nicht nötig wären

Fall 1: Zu viele Informationen in einem Satz

Aus einer E-Mail zu einer Themenwoche:

Kommenden Donnerstag, am 21.06.2018, beginnt die nächste offizielle Runde meiner Themenwoche, die ich auf meinem Blog, meinem Instagram-Account, auf meiner Facebook-Seite und in der Facebook-Gruppe zur Challenge wieder begleiten werde. Die Facebook-Veranstaltung zur Themenwoche findest du hier

Sehen Sie, was hier passiert ist? Alle wichtigen Social Media Kanäle befinden sich in einem einzigen Satz – noch dazu die Information, dass die Themenwoche wieder startet. Klar, dass der Leser hier schnell den Überblick verlieren könnte.

Fall 2: Zu wenig Absätze

Dazu ein Screenshot:

Quelle: https://www.puetter-online.de/blog/article/seo-optimierte-texte-schreiben-die-5-goldenen-regeln.html

(Lassen Sie mich an dieser Stelle bitte kurz anmerken, dass der Begriff SEO-optimiert nicht korrekt ist. SEO heißt bereits Suchmaschinen-Optimierung. Korrekt müsst es „suchmaschinenoptimierter Text“ heißen – was wahrscheinlich zu lang ist und das Schlagwort SEO nicht enthält …)

Zurück zum Thema:

Ich mache es kurz: Der Absatz im Screenshot ist viel zu lang. Die optimale Länge eines Absatzes beträgt maximal fünf Zeilen.

Im Nachher-Beispiel sehen Sie später, wie zusätzliche Absätze das Scannen fördern und das Auge automatisch an den relevanten Schlagwörtern hängen bleibt, weil es viel mehr Luft zum „Atmen“ hat.

Alternativen zum Fetten

Lassen Sie uns jetzt darüber sprechen, welche Möglichkeiten Sie noch haben, um Wichtiges hervorzuheben und Ihrem Leser das Scannen zu erleichtern.

1.   Mehr Absätze einfügen

Ich beginne mit der schnellsten Option: Fügen Sie mehr Absätze an den richtigen Stellen ein. Richtige Stelle heißt: bei einem neuen Gedanken.

Schauen Sie, was passiert, wenn in Beispiel 2 mehr Weißraum durch Absätze entsteht:

Zu einem guten, SEO-optimierten Text gehören auch tip top gepflegte Meta-Daten. Die Meta-Daten – z.B. Title Tag, Meta Description und Alt Tag – sind nicht direkt für den Nutzer sichtbar, werden aber von den Suchmaschinen ausgelesen und für das Suchergebnis herangezogen.

Der Title wird in den Snippets der Suchergebnisse angezeigt und ist einer der wichtigsten Rankingfaktoren, deshalb sollte das Haupt-Keyword möglichst am Anfang darin enthalten sein. Vorsicht: Der Titel darf eine Länge von ca. 55 Zeichen bzw. 512 Pixel nicht überschreiten, da er sonst im Suchergebnis „abgeschnitten“ wird.

„Title“ wird sofort sichtbar, weil es am Satzanfang eines neuen Absatzes steht.

2.   Sätze umstellen

Unterstützen können Sie diesen Effekt, indem Sie einzelne Sätze umstellen.

Zu einem guten, SEO-optimierten Text gehören auch tip top gepflegte Meta-Daten. Die Meta-Daten – z.B. Title Tag, Meta Description und Alt Tag – sind nicht direkt für den Nutzer sichtbar, werden aber von den Suchmaschinen ausgelesen und für das Suchergebnis herangezogen.

Der Title wird in den Snippets der Suchergebnisse angezeigt und ist einer der wichtigsten Rankingfaktoren, deshalb sollte das Haupt-Keyword möglichst am Anfang darin enthalten sein. Vorsicht: Der Titel darf eine Länge von ca. 55 Zeichen bzw. 512 Pixel nicht überschreiten, da er sonst im Suchergebnis „abgeschnitten“ wird.

Für die Meta-Beschreibung (unter dem Title) gilt eine ähnliche Beschränkung: Hier sind 156 Zeichen das Maß der Dinge. Mit dem Serp Snippet Generator lässt sich in etwa erahnen, wie der fertige Snippet aussieht und ob er über die optimale Länge verfügt. In der Meta-Beschreibung sollte mit kurzen, prägnanten Sätzen ein kurzer Teaser darauf erfolgen, was im Text zu lesen ist.

Und schon wird auch die Meta-Beschreibung viel deutlicher.

3.   Pro Satz nur eine wichtige Information

Das Gehirn kann Wichtiges nicht von Unwichtigem unterscheiden. Folge: Informationen gehen einfach unter, wenn zu viele davon sich in einem Satz tummeln.

Darum meine Version für den Text mit der Themenwoche:

Kommenden Donnerstag, am 21.06.2018, beginnt die nächste Runde meiner Themenwoche!

Der Leser kann hier kaum mehr überlesen, wann der Start der Themenwoche ist.

4.   Listen

Wenn Ihre Sätze zu lang werden, weil Sie Informationen aufzählen – machen Sie lieber eine Liste! Ich empfehle Listen ab drei Punkten. Ich persönlich mache das aber auch gerne mal, wenn ich nur zwei Punkte aufzähle, die etwas länger oder ganze Sätze sind.

Schauen Sie, was aus dem Themenwochen-Text mit dem Einsatz einer Liste passiert:

Kommenden Donnerstag, am 21.06.2018, beginnt die nächste Runde meiner Themenwoche!

Begleiten werde ich sie auf folgenden Kanälen:

  • meinem Blog,
  • meinem Instagram-Account,
  • meiner Facebook-Seite
  • in der Facebook-Gruppe zur Themenwoche.

Folge mir doch direkt, damit du nichts verpasst!

Hier kommst du zur Facebook-Veranstaltung der Themenwoche.

Und? Hier braucht es gar keine Fettung mehr, um alle Kanäle deutlich zu machen, oder?

5.   Sprechende Zwischen­überschriften

Zwischenüberschriften fördern das Scannen, weil sie abgesetzt und wesentlich größer als der Fließtext sind. Nutzen Sie diese, um Ihren Leser direkt zu zeigen, wo er welchen Inhalt in Ihrem Text findet.

Fügen Sie Zwischenüberschriften nach ca. 300 Wörtern ein, das fördert die Lesbarkeit und die Suchmaschinenoptimierung Ihres Textes.

Und: Formulieren Sie konkret, also sprechend. Hier ist keine Kreativität gefragt, sondern Klarheit.

Beispiele dafür finden Sie in diesem Artikel:

  • Was Sie beim Fetten von Text beachten sollten
  • Alternativen zum Fetten

Fazit: Fettungen sind wichtig, aber nicht das Maß aller Dinge

Ich hoffe, ich konnte Ihnen deutlich machen, wie Sie Fettungen sinnvoll nutzen – Sie diese aber nicht einsetzen sollten, um Überblick zu schaffen. Denn wenn Sie das Gefühl beschleicht, dass Ihr Leser den Überblick verlieren könnte, ist sehr gut möglich, dass Sie noch nicht optimal formatiert oder formuliert haben. Dann helfen Ihnen Strategien wie pro Satz nur eine wichtige Informationen, mehr Absätze und Listen eher weiter.