Drei Grundregeln für bessere Texte

Die drei Ks erfolgreicher Kommunikation

Sie fragen sich, wie Sie Ihre Zielkunden zum Lesen Ihrer Texte motivieren? Sie bei der Stange halten? Und wie Ihre Texte Vertrauen beim Leser aufbauen?  Dann sollten Sie drei Grundregeln beachten – die drei Ks der erfolgreichen Kommunikation. Gute Texte sind klar, knapp und konsistent. Was das genau heißt und wie Sie Ihre Texte auf diese drei Ks überprüfen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Regel 1 für bessere Texte: Klarheit

Gute Texte sind klar und eindeutig. Ein Text sollte so eingängig sein, dass Ihr Leser direkt versteht, was Sie meinen.

Vermeiden Sie missverständliche Stellen. Benennen Sie die Dinge so, wie Sie es meinen und reden Sie nicht um den heißen Brei herum.

Schreiben Sie intuitiv – so dass Ihr Leser nicht mehr nachdenken muss, während er Ihren Text liest.

Was ich damit meine? Das folgende Beispiel verdeutlicht es.

Es stammt aus einer Info-Veranstaltung für einen Kurs. Dieser Satz stand auf der Liste, in die sich Interessenten eintragen sollten:

„Wichtig: Geben Sie bitte eine gut lesbare und aktuelle E-Mail-Adresse an, da die Einladungen zum Kurs per E-Mail erfolgen.“

Ich habe mich gefragt, warum dieser Satz dort steht. Offenbar scheint es ein vehementes Problem zu sein, dass die E-Mails nicht zugestellt werden können. Das ist für beide Seiten ein Problem: Veranstalter und Interessenten.

Und etwas dürfte schwierig sein: „Gut lesbar“ ein sehr dehnbarer Begriff.

Diese Nachricht sollte darum wesentlich expliziter formuliert werden:

  • Welche Folgen hat es, wenn die E-Mail-Adressen nicht lesbar oder nicht aktuell sind? (Antwort: Der Interessent erhält keine Einladung.)
  • Was heißt „lesbar“? (Antwort: Druckbuchstaben oder Blockschrift)

Also ungefähr so:

„Die Einladung zum Kurs senden wir Ihnen per E-Mail.

Bitte notieren Sie Ihre E-Mail-Adresse in Druckbuchstaben.

Sollte Ihre E-Mail-Adresse nicht lesbar sein, erhalten Sie ggf. keine Einladung.“

Ja, ich plädiere im Zweifelsfall dafür, Fakten überdeutlich zu formulieren. Damit, wie in diesem Fall, der Interessent noch einmal daran erinnert wird, was es bedeuten könnte, wenn er seine E-Mail-Adresse achtlos in die Liste kritzelt.

Warum Klarheit?

Klarheit führt Ihren Leser. Denn es zeigt ihm, dass er Sie richtig verstanden hat und auf dem richtigen Weg ist. Missverständliche Aussagen, wie zum Beispiel doppelte Verneinungen, sorgen dagegen für Verwirrung – und Verwirrung schafft kein Vertrauen.

Denn wenn Ihr Leser über Ihre Worte nachdenken muss, stockt er. Und je häufiger das passiert, desto mehr verliert er die Motivation zu lesen, was Sie zu sagen haben. Und das wollen Sie ja schließlich nicht.

Mein Tipp für klare Texte

Lesen Sie Ihren Text immer noch einmal und zwar mit den Augen des Lesers. Stellen Sie sich dabei vier Fragen:

  • Versteht mein Leser, was ich geschrieben habe, mit seinem Vorwissen?
  • Sind die Übergänge schlüssig?
  • Sind die Sätze flüssig zu lesen?
  • Sind meine Aussagen ein-eindeutig und unmissverständlich?

Mehr dazu: Fünf Fragen, die Sie sich nach dem Schreiben stellen sollten

Regel 2 für bessere Texte: Knappheit

„Keep it short and simple“ – das haben Sie sicher schon einmal gehört, oder?

Auch beim Schreiben sollten Sie das beherzigen: Halten Sie es knapp und simpel und  kommen Sie direkt auf den Punkt.

Texte fürs Web sollten sich scannen lassen. Besucher Ihrer Website haben wenig Zeit, sind ungeduldig und wollen direkt wissen, ob Ihre Website für sie relevant ist.

Vermeiden Sie Einleitungen ohne Inhalt. Sagen Sie direkt worum es geht und zeigen Sie Ihrem Besucher, dass er richtig ist und findet, was er gesucht hat. Langatmige Herleitungen zu Beginn sind im Web fehl am Platz.

Mein Tipp für knappe Texte

Fragen Sie sich, was wirklich wichtig ist für Ihren Leser. Und dann streichen Sie, was nicht nötig ist – oder verschieben Hintergrundinformationen ans Ende. Wie Sie herausfinden, was Ihren Leser interessiert? Indem Sie ihn fragen oder recherchieren.

Lesen Sie mehr dazu: Was Ihre Leser wirklich interessiert

Ich empfehle Ihnen zusätzlich, sich mit der Schreibtechnik der invertierten Pyramide anzufreunden. Damit kommen Sie direkt auf den Punkt und versorgen Ihren Leser sofort mit den wichtigsten Infos.

Konkret bedeutet das: Was für den Leser das meiste Gewicht hat, kommt an den Anfang – Hintergrundinfos ans Ende. Diese Schreibtechnik stammt aus dem Journalismus und ist optimal für Webtexte geeignet.

Mehr dazu: Die invertierte Pyramide

Regel 3 für bessere Texte: Konsistenz

Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? Sie lesen einen Text, in dem zwei (oder mehrere) Begriffe scheinbar synonym verwendet werden. Und Sie fragen sich die ganze Zeit, ob mit diesen zwei Begriffen das gleiche gemeint ist – oder nicht.

Ein typisches Beispiel, das mir sehr oft begegnet:

Die synonyme Verwendung von Kundenkonto, Account, Profil und ähnlichen Varianten.

Ja, Varianz ist wichtig. Und nein, Wortwiederholungen möchte ich mit diesem Text nicht fördern oder gutheißen.

Aber wenn es sich um Schlüsselbegriffe handelt, die den Besucher führen, ist Vokabel-Vielfalt fehl am Platz. Gerade wenn es sich um einen Prozess handelt, der Interessenten zu Käufern macht (wie ein Anmeldeprozess).

Einheitlichkeit schafft Vertrauen und vermeidet Verwirrung.

Weitere Situationen, in denen Sie auf Konsistenz achten sollten:

  • Gleiche Schreibweise von du bzw. Du
  • Einheitliche Ansprache der Leser (du/ihr)
  • Begriffe in Anführungszeichen oder ohne

Denn Ihrem Leser zeigt das, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, Ihren Text auf diese (scheinbaren) Details zu überprüfen. Und das zeugt von Professionalität.

Mein Tipp für konsistente Texte

Überprüfen Sie Ihren Text nach dem Schreiben, ob Sie einheitlich formuliert haben. Machen Sie sich Checklisten, um Ihren Text schnell zu kontrollieren.

Fazit

Die drei Ks der erfolgreichen Kommunikation helfen Ihnen, Ihre Texte schnell auf die wichtigsten Eigenschaften zu kontrollieren. Kurze und eingängige Sätze sorgen dafür, dass Ihr Leser sofort versteht, was Sie sagen wollen – und genau das ist im Web wichtig, wo Besucher wenig Zeit haben und Informationen suchen, die direkt auf den Punkt kommen.