Texte erstellen – So gehe ich vor

Tipps aus dem Alltag einer professionellen Texterin

In meinen Schreibtrainings fragen mich Teilnehmer häufig, wie ich als Fachfrau eigentlich vorgehe, wenn ich Texte erstelle. Mein Prozess ist unterteilt in drei Etappen. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, was ich wann und wie tue. Nutzen Sie diese Tipps, um Ihr eigenes Vorgehen zu strukturieren und schneller zu werden, wenn Sie Texte, wie z.B. Blogartikel, erstellen. 

Ich arbeite in drei große Schritten:

  1. Konzeption
  2. Schreiben
  3. Überarbeitung und Qualitätssicherung

Dieser Prozess ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Er unterscheidet sich immer etwas, je nachdem ob ich einen Blogartikel schreibe, für Kunden eine Website oder einen Newsletter texte. Entscheidend ist auch, ob ich schon für den Kunden gearbeitet habe, also wie gut ich ihn bzw. seine Zielkunden kenne.

Zwischen den einzelnen Schritten liegt übrigens immer etwas Zeit. Meist ein paar Tage. Manchmal eine Woche oder mehr. Je nachdem, wie eng der Zeitplan ist.

Wenn es die Zeit zulässt, baue ich möglichst viele Pufferzeiten ein. Denn gerade, wenn ich eine neue Website für Kunden schreibe, durchdenke ich den Aufbau der Seite und der Texte vorher intensiv – und das geht freilich nicht unter Zeitdruck.

Texte erstellen: Schritt 1 – Konzeption

Ich fange nie einfach an zu schreiben. Vorher umreiße ich das Thema, skizziere die Gliederung und erarbeite Keywords für die Suchmaschinenoptimierung. In diesem Schritt passieren auch zwei essentielle Dinge: Ich betrachte den Leser und das Ziel des Textes.

Ich stelle mir also zwei Fragen:

Für wen schreibe ich und wer ist das?

Hier geht es um die Zielgruppe des Textes. Wenn ich für Kunden schreibe, sind die Zielgruppe nicht meine Kunden, sondern deren Kunden. Darum habe ich meine Kunden vorher mit zig Fragen gelöchert, um mir ein klares Bild von deren Zielkunden machen zu können.

Was ist das Ziel des Textes?

Wenn ich nicht weiß, was der Text bewirken soll, kann er dieses Ziel nie erreichen. Darum schreibe ich nie, ohne zu wissen, was der Leser hinterher tun oder wissen soll.

Sehr oft merke ich in fremden Texten, dass ich mich beim Lesen frage, was er mir eigentlich genau sagen will. Dass sich der Absender also vorher keine oder wenig Gedanken darüber gemacht hat, was er mit dem Text bezwecken will. Und so verpufft das Geschriebene meist wirkungslos. Was ich unglaublich schade finde, denn der ganze Aufwand war für die Katz.

Texte erstellen: Schritt 2 – Schreiben

Das eigentliche Schreiben ist bei mir nochmals in vier Etappen untergliedert:

  1. Entwurf schreiben
  2. Ausformulieren und Fragen notieren
  3. Fragen klären (ggf. mit Kunden)
  4. Fertig formulieren

1.     Entwurf schreiben

Zu Beginn schreibe ich alles runter, was ich sagen will – egal, wie es klingt. Damit sorge ich dafür, dass alles aus dem Kopf aufs Papier kommt und ich nichts vergesse.

Ums „Schönschreiben“ kümmere ich mich an dieser Stelle noch nicht. Das würde mich nur blockieren und wahrscheinlich auch frustrieren. Und in der Folge dafür sorgen, dass ich ewig an einem Text sitze.

Das ist übrigens ein Tipp, den ich Ihnen nur wärmstens empfehlen kann: Sorgen Sie sich beim ersten Formulieren nicht um Stilfragen und Co.! Das setzt Sie nur unnötig unter Druck. Planen Sie sich für solche Dinge später Zeit ein (Sie lesen gleich, wann ich das mache).

Jetzt lege ich meist eine Pause ein.

2.     Ausformulieren und Fragen notieren

Der Text lag jetzt eine Nacht oder ein paar Tage. Damit kann ich wieder mit einem frischen Blick darauf schauen. Ich markiere alle Stellen, an denen ich die Formulierung überarbeiten muss und wo mir noch Informationen fehlen oder ich Fragen habe.

Wenn ich Websites für Kunden schreibe, formuliere ich oft bestehende Texte um. Bevor ich Satzteile umschreibe, kläre ich vorher, ob ich diese Stelle richtig verstanden habe, also meine Überarbeitung hinterher den Sinn noch korrekt wiedergibt.

Wenn ich Blogartikel schreibe, drehen sich meine Fragen meist um Verlinkungen zu Studien oder anderen Websites.

3.     Fragen klären (ggf. mit Kunden)

All die offenen Punkte kläre ich in einem Schritt – entweder bei einem Telefonat mit meinem Kunden oder bei der Recherche im Netz.

Wenn ich eine neue Website für einen Kunden texte, lege ich den Termin für dieses Telefonat übrigens schon weit im Voraus fest. Im Erstgespräch vereinbaren wir einen Zeitplan mit Deadlines und Feedbackschleifen. Da es bei vollen Kalendern nicht immer einfach ist, kurzfristig Termine zu finden, nehmen wir uns einmal am Anfang Zeit dafür.

4.     Fertig formulieren

Mit den zusätzlichen Infos formuliere ich die Texte zu Ende. Dann lege ich sie wieder zur Seite. Im Optimalfall mindestens eine Woche. So stelle ich wieder sicher, dass mein Blick wieder frisch ist und ich nicht betriebsblind werde.

Texte erstellen: Schritt 3 – Überarbeitung und Qualitätssicherung

Nachdem der Text etwas geruht hat, lese ich ihn laut vor. Dabei notiere mir stilistische Punkte, alles, was nicht flüssig klingt, wo ich stolpere oder was mir anderweitig auffällt.

Diese Stellen überarbeite ich, um z.B. Wortwiederholungen zu korrigieren, und poliere sie so lange, bis es beim Vorlesen flüssig klingt. Flüssig ist ein Text dann, wenn er natürlich klingt. Die Zeilen also so formuliert sind, wie ich sie auch sagen würde.

In diesem Schritt passe ich auch die Suchmaschinenoptimierung (SEO) an. Dafür bietet WordPress kostenfreie Plug-ins, wie YOAST. Sie zeigen genau, wie der Inhalt so optimiert werden kann, damit er gefunden wird, wenn potentielle Kunden nach dem Thema suchen.

Ich lege alles jetzt noch einmal mindestens eine Nacht weg und lese es dann final Korrektur.

Bei Texten für Kunden kommt jetzt die Korrekturschleife. Meine Kunden bekommen also nie einen Entwurf, sondern immer schon Texte, die relativ final sind. Welche Schritte ich mit Kunden durchlaufe (also was passiert, noch bevor ich Texte konzipiere und wie genau die Korrekturschleife aussieht) ist ein Thema eines nächsten Blogartikels. Schauen Sie also wieder vorbei  – oder abonnieren Sie meinen Newsletter 😊