Warum der „HIER“-Link falsch ist

Und wie Sie ab sofort richtig verlinken

„Weitere Infos erhalten Sie hier.“ „Um deine Anmeldung zu bestätigen, klicke bitte hier.“ Sie sehen Links wie diese ständig: den sogenannten „HIER“-Link. Diese Art der Verlinkung ist falsch (auch wenn Ihnen dieses Phänomen mittlerweile inflationär begegnet). Das hat drei Gründe – einer davon ist Suchmaschinenoptimierung. Welche das noch sind – und wie Sie korrekte Links formulieren, erfahren Sie in diesem Artikel.

Auch Ihnen ist er heute sicher schon mehrmals untergekommen, sei es in E-Mails oder auf Websites.

Der „HIER“-Link:

  • Weitere Infos erhalten Sie hier
  • Um dir den Mitschnitt der Telko anzuhören oder herunterzuladen, klicke bitte hier
  • Um deine Anmeldung zu bestätigen, klicke bitte hier

In unterschiedlichsten Schattierungen kommt er daher und gefühlt sehen Sie auch nur noch solche Links.

Um es direkt vorweg zu nehmen: Der „HIER“-Link ist falsch.

Bitte fühlen Sie sich nicht ertappt, wenn auch Sie so verlinken. Schließlich verlinken mittlerweile gefühlt alle so. Selbst große Websites von bekannten Marken oder Firmen. Und ja, da gebe ich Ihnen Recht, das ist Grund genug anzunehmen, dass es richtig ist. Woher also sollen Sie es besser wissen?

Der „HIER“-Link ist aus folgenden drei Gründen nicht korrekt:

  • Suchmaschinenoptimierung (SEO): Linktexte sollten laut Google „sprechend“ sein
  • Usability (Nutzerfreundlichkeit): Der Leser kann Ihre Website oder Mail nicht mehr scannen
  • Barrierefreiheit: Sehbeeinträchtigte können nicht mehr so schnell auf Ihrer Website navigieren

Ich schätze, dass Sie beim Thema Suchmaschinenoptimierung bereits aufgehorcht haben. 

Ich weiß, dass es herrlich einfach ist, einfach zu schreiben „xy finden Sie hier“ oder „Für mehr Infos klicken Sie hier“. Und ja, tatsächlich ist es ein bisschen zeitaufwendiger, wenn Sie korrekt verlinken.

Wie das nun geht? Dazu gleich mehr.

Hier zunächst mehr zu den drei Gründen.

Grund 1: Linktexte sollen laut Google „sprechend“sein

In der „Einführung in die Suchmaschinenoptimierung (SEO)“ schreibt Google: „Je besser Ihr Ankertext [Anm.: Linktext] ist, desto einfacher können Nutzer die verlinkte Seite aufrufen und desto besser erkennt Google den Inhalt dieser Seite.“ Linktexte sollten aussagekräftig sein, damit sie optimal zur SEO beitragen.

Grund 2: Der User kann nicht mehr scannen

Nutzer scannen Ihre Website nur. Sie lesen nicht. Sicher haben Sie das schon einmal gehört. Tatsache ist, dass User maximal 20 % Ihrer Seite lesen. Und: Nur 16 % lesen Wort für Wort.

Die User überfliegen den Text auf der Suche nach Häppchen, die sie interessieren oder die sie suchen. Mit der Methode des „Eyetrackings“ wurde festgestellt, dass das Auge an Stellen hängen bleibt, die in irgendeiner Form hervorstechen. Das können folgende Dinge sein:

  • Zwischenüberschriften (weil sie größer und abgesetzt sind)
  • Listen (weil sie abgesetzt sind)
  • Links (weil sie andersfarbig und/oder unterstrichen sind)

Ihr User will möglichst schnell zum Ziel kommen also finden, was er sucht. Ihre Website sollte für ihn möglichst intuitiv zu nutzen sein und ihn bestmöglich beim Scannen der Inhalte unterstützen.

Lesen Sie mehr: Das interessante Leseverhalten im Netz

Und da kommen wir zu den Links.

Ein Beispiel

Stellen Sie sich vor, der Nutzer kommt auf eine Website, weil er Kontakt mit dem Unternehmen aufnehmen will. (Wir nehmen an dieser Stelle einmal an, dass es in der Hauptnavigation keinen Punkt namens „Kontakt“ gibt.)

Stellen wir uns nun weiter vor, dass es auf der Startseite einen Link zum Kontaktformular gibt. Und der sieht so aus:

Das Kontaktformular finden Sie hier.

Sie wissen selber, dass die meisten Seiten einer Website oft mehr als einen Link haben. Stellen Sie sich nun also weiter vor, dass es im Text weitere Links gibt, die so aussehen:

Mehr zu unseren Angeboten erfahren Sie hier.

Mehr zu unseren neuen Produkten erfahren Sie hier.

Sie verstehen, worauf ich hinaus will? Nach welchem Wort sucht Ihr Nutzer? Richtig: Kontakt. Kann er danach scannen? Nein. Weil es nicht hervorgehoben ist.

Ja – Sie denken jetzt, man könnte das Wort Kontaktformular einfach fetten. Auch das ist keine gute Idee. Denn: Dann würden sicher auch andere Schlagworte gefettet, wie Angebote, Produkte und so weiter.

Und dann passiert folgendes: Der Nutzer kann nicht mehr scannen. Er muss Wort für Wort lesen, um zu wissen, welcher Link der richtige für ihn ist. Nicht nur ist das also nicht nutzerfreundlich. Der Besucher wird unterschwellig genervt sein, wenn er nicht findet, was er sucht und anfangen muss, die Website regelrecht zu durchforsten. Oder aber: Er geht einfach wieder.

Mehr dazu: Wie Sie Fettungen sinnvoll nutzen

Grund 3: Menschen mit einer Sehbehinderung können nicht mehr so schnell navigieren

Auch Blinde oder Sehbehinderte möchten eine Website gern nutzen. Sie nutzen „Screenreader“, die ihnen den Text einer Website vorlesen. Natürlich wollen auch sie zwischen den einzelnen Seiten hin- und her springen – mithilfe von Links.

Mit Screenreadern können die Nutzer sämtliche Links der Seite auflisten lassen, um einen schnellen Überblick zu bekommen.

Stellen Sie sich vor, dieser Nutzer trifft auf einen so formulierten Link:

„Um deine Anmeldung zu bestätigen, klicke bitte hier.“

Wie soll er so wissen, wohin der Link führt?

Und stellen Sie sich nun die Seite mit den drei Links vor, die so lauten:

Das Kontaktformular finden Sie hier.

Mehr zu unseren Angeboten erfahren Sie hier.

Mehr zu unseren neuen Produkten erfahren Sie hier.

Gleiche Frage: Wie soll der Nutzer wissen, hinter welchem der drei „hier“ sich das Kontaktformular verbirgt?

Wie Sie korrekt verlinken

Ein Link muss „sprechend“ sein. Das heißt, er muss das Ziel angeben – also wohin der Nutzer kommt, wenn er ihn klickt.

Google empfiehlt dazu: „Der Ankertext für einen Link sollte mindestens eine grundlegende Vorstellung vom Inhalt der verlinken Seite vermitteln.“ Allgemeine Texte wie  „Hier klicken“ sollten vermieden werden.

Google sagt Ihnen auch etwas zur Länge: „Streben Sie kurze, aber beschreibende Texte an – normalerweise genügen einige Wörter oder ein kurzer Ausdruck.“

Vorher-nachher-Beispiele

Ich erwähnte bereits, dass es manchmal etwas aufwendiger sein kann, sprechende Links zu formulieren.

Hier einige Beispiele, wie Links hinterher aussehen können:

  • Weitere Infos erhalten Sie hier  –>  Weitere Infos zum Thema xy
  • Um dir den Mitschnitt der Telko anzuhören oder herunterzuladen, klicke bitte hier. (Link in einer E-Mail) –> Auf unserer Website kannst du den Mitschnitt der Telko anhören.
  • Um deine Anmeldung zu bestätigen, klicke bitte hier –>Nutzen Sie den folgenden Link, um Ihre Anmeldung zu bestätigen
  • Das Kontaktformular finden Sie hier. –> Zum Kontaktformular
  • Mehr zu unseren Angeboten erfahren Sie hier. –> Zu unseren Angeboten
  • Mehr zu unseren neuen Produkten erfahren Sie hier. –> Mehr zu unseren neuen Angeboten

Mein Tipp: Wenn Sie Links im Fließtext nicht so formulieren können, dass es ansprechend klingt, dann setzen Sie ihn einfach darunter oder daneben. 

Hier nochmal die zwei Beispiele aus diesem Texte, die den Unterschied verdeutlichen:

Mehr zu besseren Website-Texten

Korrekte Verlinkungen allein machen natürlich noch keine gute Website aus, das wissen Sie selbst … Darum kommen hier weitere Tipps für Ihre Website-Texte.

In folgenden Artikeln aus meinem Blog finden Sie viele hilfreiche Tipps, um Ihre Texte aufzupolieren:

Was Sie jetzt tun können