Wie Sie in zwei Minuten wissen, ob Ihre Website-Texte gut lesbar sind

Der Flesch-Index

Es gibt tatsächlich ein Werkzeug, das Ihnen schnell sagt, ob sich Ihre Website-Texte flüssig lesen lassen. Und das finden Sie sogar kostenfrei im Netz. Die Formel ist im Prinzip simpel: kurze Sätze und Wörter sorgen für einen optimalen Wert. Wenn Sie sich mit dem Schreiben Ihrer Website-Texte bisher ziemlich abmühen, finden Sie in diesem Artikel auch jede Menge praktische Tipps, die Sie direkt umsetzen können.

Wenn Sie selbstständig sind und Ihre Texte selbst schreiben, fragen Sie sich wahrscheinlich regelmäßig:

Versteht mein Leser, was ich geschrieben habe?

Lässt sich mein Text flüssig lesen?

Wäre es nicht schön, wenn Sie auf diese Fragen schnell und unkompliziert Antworten bekommen?

Und natürlich, diese Möglichkeit gibt es. Ich meine hier nicht mein Coaching für Ihre Website-Texte, sondern ein Werkzeug, das Sie im Internet finden: den Flesch-Index (oder auch Flesch-Reading-Index). Ein Lesbarkeitsindex.

Wie sich der Lesbarkeitswert berechnet

Der Wert ergibt sich aus einer Formel, die u.a. Länge der Sätze und Anzahl der Silben eines Wortes berücksichtigt.

Zu lange (und verschachtelte Sätze) senken den Wert gehörig. Kurze, aktiv formulierte Sätze sorgen dagegen für einen optimalen Wert.

Die Skala geht von 0 und 100 – je höher der Wert, desto verständlicher ist Ihr Text. Das Optimum liegt zwischen 60 und 70.

Das ist die Skala:

  • 0-30: sehr schwer (Das geglaubte Optimum für Wissenschaftler und Beamte – je verschachtelter, desto besser …)
  • 30-50: schwierig
  • 50-60: anspruchsvoll
  • 60-70: normal (Der ideale Wert.)
  • 70-80: einfach
  • 80-90: leicht
  • 90-100: sehr leicht (Ideal für das Niveau elfjähriger Kinder, also eher zu leicht für den normalen Sprachgebrauch.)

Entwickelt wurde der Index übrigens vom Österreicher Rudolf Flesch.

Wo Sie die Lesbarkeit im Internet ermitteln

Sie wollen jetzt endlich wissen, wie Sie den Wert errechnen können?

Die tolle Nachricht: Sie müssen gar nicht selber rechnen. Es gibt Websites, die das für Sie tun. Und das sogar kostenfrei.

Ich persönlich nutze die Website fleschindex.de. Einfach Website aufrufen, Text ins Feld kopieren und auf „Berechnen“ klicken.

Hier geht’s lang: Jetzt Text analysieren

Sie wissen so spontan gar nicht, welchen Text Sie nutzen sollen? Wie wäre es mit der letzten E-Mail, die Sie verschickt haben?

Wie Sie Ihren Text optimieren, damit er sich leichter lesen lässt

Sie haben Ihren Text getestet und der Wert ist noch recht niedrig?

Keine Sorge, Sie können das ändern. Mit ein wenig Übung und Biss werden Sie merken, dass es besser wird. (Auch wenn es Ihnen jedes Mal graut, wenn Sie nur ans Schreiben denken …)

  • Schreiben Sie kurze Sätze mit maximal 20 Wörtern.
  • Nutzen Sie Wörter mit maximal 4 Silben.
  • Verwenden Sie Verben.
  • Sprechen Sie Ihren Leser direkt an.
  • Lesen Sie Ihren Text laut vor und achten Sie darauf, ob Sie stolpern.

Und hier finden Sie hilfreiche Tipps aus meinem Blog, die Sie sofort umsetzen können:

Und wenn Sie noch zweifeln, dass das Schreiben Ihrer Website-Texte je leichter wird, schauen Sie sich dieses Interview mit Renate an. Sie zeigt, was Sie erreichen können, wenn Sie dran bleiben.

Laden Sie sich auch meine Checkliste für authentische Website-Texte herunter. Denn Texte, die mehr nach uns klingen, sind meist automatisch einfacher zu lesen. Wenn ich Blogartikel schreibe (und in denen schreibe ich so, wie ich spreche), lande ich auf Anhieb zwischen 60 und 70.

Wann der Index nicht aussagekräftig ist

Manchmal ist die Textanalyse leider nicht zuverlässig. Egal, wie sehr Sie sich abmühen, der Wert krebst dauerhaft bei um die 30 rum.

Das kann unter anderem die folgenden Ursachen haben:

  • Ihr Text enthält lange Fachbegriffe
  • Sie nutzen viele Listen

Fachbegriffe – das wissen Sie selbst am besten – können Sie nicht einfach aus Ihren Website-Texten streichen. Einziger Hoffnungsschimmer: Ist der Rest Ihres Textes in kurzen, aktiv formulierten Sätzen und verständlich formuliert, sind die Wort-Ungetüme für den Leser nicht mehr so gravierend.

Thema Listen: Hier kommt der Lesbarkeitsindex quasi durcheinander. Denn Listen sind ja gerade ein praktisches Mittel, einen Text leichter lesbar zu gestalten, weil Ihr Leser den Inhalt viel schneller erfassen kann.

Weil Listen aber oft keinen Punkt am Satzende haben, wertet die Formel sie als ellenlange Sätze …

Ein Mittel, das das Lesen fördert, sorgt also für einen niedrigen Wert – paradox, oder?

Lassen Sie sich davon also nicht beirren.

Vorher-nachher-Beispiele

Kleine Veränderungen können sehr wirksam sein. (Ich will Ihnen nicht verheimlichen, dass so eine Textüberarbeitung etwas dauern kann …)

Vorher

Wir arbeiten die Liste dann nach Eingangsdatum der Anfrage ab und melden uns bei Dir, um ein konkretes und individuelles Beratungsangebot erstellen und die Rahmenbedingungen einer Zusammenarbeit besprechen zu können. (Wert: 21)

Nachher

Wir arbeiten die Liste nach dem Eingang der Anfrage ab. Um dir ein individuelles Angebot zu erstellen und die Zusammenarbeit zu besprechen, melden wir uns bei dir. (Wert: 60)

Der Index ist übrigens nicht die einzige Formel, um die Lesbarkeit eines Textes zu evaluieren. Genauso gibt es Kritiker, die sagen, dass er sich eigentlich nicht für deutsche Texte eignet, da er ursprünglich für die englische Sprache entwickelt wurde.

Achso, falls Sie neugierig sind, welchen Wert dieser Blogbeitrag hat … Ich verrate es Ihnen: 66 😉 (Ich nutze immer den Lesbarkeitswert meines SEO-Plugins YOAST.)

Was Sie jetzt tun können

  • Laden Sie sich meine kostenfreie Checkliste für authentische Website-Texte, die professionell klingen, herunter
  • Wenn Sie sich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihre Website Texte wünschen, schauen Sie sich meinen Onlinekurs an: Die Bauanleitung für Ihre Website-Texte
  • Sie möchten Unterstützung mit Ihren Texten? In meinem Coaching arbeiten Sie 1:1 mit mir an Ihren Website-Texten, damit Sie diese endlich selbstbewusst veröffentlichen. Mehr Infos zum Coaching