Schreibe kurz und sie werden dich lesen

Wie Ihre Texte in vier Schritten knackiger werden

Kurz und knackig schreiben – ist das auch Ihr Ziel beim Schreiben Ihrer Website-Texte? Dann sind Sie in bester Gesellschaft. In meinen Seminaren gehört dieser Punkt zu denen, die meine Teilnehmer am häufigsten beschäftigen. In diesem Artikel verrate ich Ihnen vier einfache Regeln, die Sie direkt auf Ihre Texte anwenden können. 

Das Zitat „Schreibe kurz und sie werden dich lesen!“ stammt von dem ungarisch-amerikanischen Journalisten Joseph Pulitzer. (Der nach ihm benannte Pulitzer-Preis ist für Journalisten das, was für Schauspieler der Oscar ist.)

Was genau heißt aber „Schreibe kurz“? Wie kurz ist optimal? Was ist zu wenig`Was zu viel?

Hier sind vier Punkte, die Sie beachten sollten:

1. Kurze Wörter

Je weniger Silben ein Wort hat, desto besser. Denn je länger es wird, desto steifer und umständlicher klingt es. Und desto holpriger macht es den Lesefluss.

Merken Sie sich eine einfache Faustregel: Ein Wort sollte maximal vier Silben haben. Mit jeder mehr kommen Sie dem Behördendeutsch immer näher. Oft können Sie für ein- und dasselbe Wort kürzere Wörter verwenden.

Schauen wir uns ein paar Beispiele an:

    • Rückerstattung = Erstattung
    • Fragestellung = Frage
    • Unkostenbeitrag = Kosten
    • Vorerfahrung = Erfahrung

2. Nur eine wichtige Botschaft pro Satz

Der ideale Satz vermittelt nur eine einzige wichtige Information. Sobald Sie mehr als eine Kernbotschaft in einen Satz schreiben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Leser sie nicht im Kopf behält. Denn das Gehirn kann dann einfach nicht mehr filtern, was die Essenz dieses Satzes ist. (Das Gehirn ist einfach so gestrickt …) Im Prinzip ist es so, als würde das Wichtige von einem Orchester anderer Informationen einfach übertönt.

Machen Sie es Ihrem Leser so einfach wie möglich, Ihre Aussagen zu erfassen. Sie tun ja auch sich einen Gefallen damit, denn Sie stellen sicher, dass nichts „untergeht“. Versuchen Sie, sich pro Satz nur auf eine Kerninformation zu beschränken. Was das genau heißt, schauen wir uns nachher im Vorher-Nachher-Beispiel an.

3. Kurze Sätze

Der ideale Satz hat ca. 13 Wörter. Wenn Sie verschachtelte Sätze mögen: ein Nebensatz ist ok! Der wiederum sollte max. sieben Wörter haben.

Das heißt: Insgesamt sollte nach ca. 20 Wörtern Schluss sein – danach wird es zu lang.

Zählen Sie ruhig mal in Ihren Texten nach, wo Sie sich im Durchschnitt bewegen.

Sind Ihre Sätze generell zu lang? Erfahren Sie, wie Sie Schachtelsätze erkennen und entwirren.

Vielleicht neigen Sie zu Füllwörtern? Die sollten Sie konsequent aus Ihren Texten streichen. Füllwörter werden auch „Blähwörter“ genannt. Sie erfüllen keine tragende Funktion, blähen aber Ihren Text unnötig auf, wie:

  • somit
  • damit
  • dementsprechend

Weitere Beispiele für Füllwörter

4. Kurze Absätze

Absätze erleichtern Ihren Website-Besuchern das Lesen. Denn durch einen Absatz, also eine komplette Leerzeile, entsteht Weißraum. (Beachten Sie: Ein Zeilenumbruch (also „Enter“ zu drücken in der nächsten Zeile den neuen Satz zu beginnen) ist kein Absatz.) Viel Weißraum ist für die Augen äußerst angenehm. Wahrscheinlich wissen Sie, dass im Web Texte zunächst nur überflogen, also gescannt werden.

Sie kennen sicher das Phänomen der „Bleiwüste“ – wenn Sie eine Seite aufschlagen oder aufrufen, die keine Absätze hat und sie mit der Fülle an Text fast erschlägt.

Absätze helfen dem Leser aber auch, den Inhalt schneller zu erfassen. Denn eine „Sinneinheit“ sollte ein Absatz sein.

Für Webtexte können Sie als Faustregel vier Zeilen nehmen. Jede Zeile sollte rund 50 Zeichen lang sein (das sind erfahrungsgemäß ca. 12 Wörter.)

Vorher-Nachher-Beispiel

Ein Beispiel flatterte mir ins Postfach, während ich diesen Blogbeitrag geschrieben habe. Es geht um das Buchhaltungsprogramm, das ich nutze.

Auszug aus der Mail:

Zum Jahresstart haben wir heute die im letzten Newsletter angekündigte Funktion, mit der die Layouts der Dokumente per eigenem CSS individualisiert werden können, nach einer erfolgreichen ersten BETA-Phase in den TEAM- und BUSINESS-Accounts für alle PRO+ Accounts freigeschaltet.

Dieser Satz hat 38 Wörter. 38! Dreimal so viel, wie empfohlen.

Dazu kommt die Fülle an Informationen in diesem Satz. Ich persönlich zähle fünf Botschaften:

  1. Zum Jahresstart haben wir heute
  2. die im letzten Newsletter angekündigte
  3. Funktion, mit der die Layouts der Dokumente per eigenem CSS individualisiert werden können,
  4. nach einer erfolgreichen ersten BETA-Phase in den TEAM- und BUSINESS-Accounts
  5. für alle PRO+ Accounts freigeschaltet

Je nach Detailverliebtheit könnten es noch mehr sein (z.B. dass die Betaphase erfolgreich war). Aus meinen Vorträgen und Seminaren weiß ich, dass die Varianz der gezählten Informationen gewaltig auseinander klaffen kann.

Die eigentliche Botschaft lautet für mich als Nutzer:

Du hast einen Pro+ Account? Dann kannst du ab heute die Layouts deiner Dokumente per eigenem CSS individualisieren.

Diese Sätze haben fünf bzw. 13 Wörter.

Alle anderen Informationen des Originalsatzes könnten getrost weggelassen werden und ich weiß trotzdem, um was es geht. Wenn ich unbedingt sagen möchte, dass es eine Betaphase gab und mit wem, kann das immer noch in nachfolgende Sätze. Hier greift übrigens eine weitere Regel meiner Checkliste: „Das Wichtigste zuerst!“

(An dieser Stelle möchte ich nur kurz unterstreichen, dass ich mein Buchhaltungstool  L I E B E (Mein Steuerberater auch. Es heißt übrigens Papierkram.)

Sie haben das Problem, dass keiner liest, was Sie schreiben? Woran es liegen kann und wie Sie das ändern.

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„Halten Sie sich kurz“ ist auch eine der fünf Regeln, die meine Checkliste beinhaltet, die Sie sich kostenlos herunterladen können.

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