Zwei wirksame Tipps gegen steife Website-Texte

So klingen Ihre Website-Texte endlich lebendiger

Sie wollen, dass Ihre Website-Texte weniger holprig klingen? Lockerer? Dann kommt hier die gute Nachricht: Selbst, wenn Sie sich mit Ihren  Texte bisher eher quälen, können Sie sie mit wenigen Handgriffen optimieren, damit Ihre Texte lebendiger wirken.

Wenn Sie selbstständig sind und Ihre Website-Texte selbst schreiben, kennen Sie es sicher: Da haben Sie sich ewig abgemüht, Texte geschrieben, verworfen, wieder neu angefangen. Und dann lesen Sie sich durch, was Sie geschrieben haben und sind einfach frustriert.

Denn das Ergebnis klingt einfach nur staubtrocken.

Und natürlich ist es mit Website-Texten wie mit allen Dingen im Leben: Wenn Sie wissen wie, ist es gar nicht so kompliziert, dem ein Ende zu setzen.

Lassen Sie uns darum direkt starten.

Warum Website-Texte trocken klingen

Wahrscheinlich kommt Ihnen das bekannt vor: Sie lesen Ihre Texte, Sie finden Sie zu holprig – aber Sie können nicht festmachen, woran es liegt.

Das ist ganz normal.

Beginen wir also damit, uns die „Übeltäter“ vorzunehmen:

  1. Zu viele Substantive bzw. Substantivierungen
  2. Schachtelsätze
  3. Zu „distanzierte“ Sprache

Dazu jeweils ein Beispiel:

  1. Das Mitnehmen der Getränke ist nicht gestattet
  2. „ABC“ lautet das Buch des Autors [XYZ], in welchem er verrät, wie man sein Gehirn manipulieren und durch eine neue Art zu denken erfolgreicher werden können, damit man endlich schneller lesen kann, was dazu führt, dass man mehr Bücher in kürzerer Zeit liest.
  3. Zugriff auf unzählige Hersteller der Sanitärindustrie mit eigenständiger Aktualisierung

Sie merken es: Diese Texte klingen distanziert. Es ist wie, als wäre da eine Mauer zwischen Ihnen und Ihrem Leser.

Das ist es also, was wir „aufbrechen“ sollten: die Distanz. Und wie das geht, das schauen wir uns jetzt an.

Mehr dazu:

Tipp 1: Formulieren Sie aktiv

Aktive Formulierungen sorgen dafür, dass Ihr Text sofort lebendiger wird. Dass „Leben in die Bude“ kommt. Im wahrsten Sinne des Wortes, wie Sie jetzt gleich sehen werden.

Das funktioniert durch zwei Punkte:

a) Verben

b) Aktive Sätze

c) Sprechen Sie Ihre Leser an

a) Verwenden Sie Verben

Verben kennen Sie aus der Grundschule vielleicht noch als „Tu-Wörter“. Und dieses Tun bringt Leben in Ihren Text. Nutzen Sie darum Verben, und zwar möglichst viele.

Streichen Sie dafür unnötige Substantive rigoros aus Ihren Texten. Denn die machen Ihren Text steif.

Hier ein Beispiel:

  • So nicht: „Zugriff auf unzählige Hersteller der Sanitärindustrie mit eigenständiger Aktualisierung“
  • Sondern so: „Sie greifen auf unzählige Hersteller der Sanitärindustrie zu und profitieren von der eigenständigen Aktualisierung der Daten.“

Sie sehen es: Hier passiert direkt etwas … Als Leser fühlen wir uns angesprochen. Warum? Weil wir tatsächlich angesprochen werden … Auf dieses Thema (den Leser ansprechen) kommen wir zwar gleich noch separat, aber mit dieser kleinen Änderungen verwandeln Sie staubtrockene Texte, in denen sich nichts regt, sofort in blühendes Leben.

b) Formulieren Sie aktive Sätze

Kennen Sie noch den Unterschied zwischen „Aktiv“ und „Passiv“ aus der Schule?

Aktive Sätze sind diejenigen, in denen es ein handelndes Objekt gibt, in passiven Sätzen ist das nicht der Fall.

Das hier ist ein Passivsatz:

„Zunächst soll das Tätigkeitsfeld inklusive notwendiger Fähigkeiten beleuchtet werden.“

Ganz ehrlich, sie sind das pure Grauen …

Verzichten Sie auf diese Konstruktionen, wann immer es geht. (Am besten immer.)

Formulieren Sie aktiv, so oft es geht:

„Beleuchten Sie das Tätigkeitsfeld inklusive der notwendigen Fähigkeiten.“

Sehen Sie den Unterschied?

In diesem Satz gibt es eine handelnde Person. Den Leser, der angesprochen wird, etwas zu tun. (Und auch hier haben wir es wieder: der Leser, der angesprochen wird.)

c) Sprechen Sie Ihre Leser direkt an

Kommen wir nun endlich ausführlich dazu.

Der wirklich schnellste Weg zu lebendigeren Texten ist dieser: Sprechen Sie Ihre Leser auf Ihrer Website direkt an.

Führen Sie einen Dialog. „Sprechen“ Sie mit Ihrem Kunden, als würde er direkt vor Ihnen stehen.

Ein lebendiger Website-Text fühlt sich wie ein gutes Gespräch unter guten Freunden an.

Übrigens: Verzichten Sie auch auf „man“ in Ihren Texten. Also Sätze wie „Ob man sich für die Pro-Version mit Coaching entscheidet, hängt davon ab, welche Ziele man in diesem Jahr verfolgt.“

Spüren Sie, wie distanziert diese Aussage ist? Und Sie wissen jetzt, dass es die Distanz ist, die wir aus unseren Texten verbannen wollen, wenn wir lebendiger schreiben wollen.

Im Journalismus gilt übrigens die Regel dass es kein „man“ gibt.

Oft stelle ich bei meinen Kunden fest, dass sie „man“ oder Passiv verwenden, weil sie nicht wissen, ob sie ihre Kunden duzen oder siezen sollen. (Und diese Frage ist an dieser Stelle gar nicht so schnell beantwortet … Ob Sie Du oder Sie verwenden sollten, hängt ganz davon ab, in welcher Branche Sie tätig sind, wen Sie ansprechen, wovon sich Ihre Kunden am ehesten angesprochen fühlen und so weiter …)

Wenn ich im Netz beruflich unterwegs bin, möchte ich persönlich zum Beispiel lieber gesiezt werden. Was nicht heißt, dass ich Websites, auf denen ich geduzt werden, sofort verlasse. Es ist im wahrsten Sinne ein weites Feld dieses Thema …

Tipp 2: Schreiben Sie „natürlicher“

Hier kommt mein bester Tipp für lebendige Texte:

Stellen Sie sich vor, Ihr Kunde steht vor Ihnen. Wie würden Sie ihm in Ihren eigenen Worten sagen, was Sie gerade schreiben wollen?

Formulieren Sie es mal so. Der Text klingt dadurch lebendiger und direkt authentischer.

Noch ein Tipp, wenn Ihr Text fertig ist: Lesen Sie ihn laut vor.

Hört es sich nach Ihnen an? Sprechen Sie so? Oder klingt es aufgesetzt?

Wenn es aufgesetzt klingt, gehen Sie nochmal in den Text und streichen Sie Worte, die Sie in Gesprächen nicht verwenden würden. Stellen Sie Sätze um, die holprig klingen.

Ich weiß, da ist die Sorge, nicht mehr professionell zu wirken.

Die kenne ich selbst zu gut und so ziemlich alle Selbstständigen, mit denen ich spreche.

Und hier kommt die gute Nachricht: Das Gegenteil ist der Fall. Je einfacher sich Texte lesen lassen und je natürlicher sie klingen, desto kompetenter wirken sie. Ja, das ist tatsächlich so. Das wurde sogar wissenschaftlich bewiesen.

Und was mich an dieser Studie der Princeton University besonders überrascht hat: Wer sich übermäßig komplex und „gestelzt“ ausdrückt, um kompetenter zu wirken, erreicht genau das Gegenteil. Verrückt, oder?

Mehr dazu:

Ein Beispiel

Hier kommt ein Beispiel, das ich auf der Website www.selbststaendig.de gefunden habe.

„Zunächst soll das Tätigkeitsfeld inklusive notwendiger Fähigkeiten beleuchtet werden. Sodann werden inhaltliche und formale Aspekte (Steuern) beleuchtet und Fragen rund um Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten beantwortet (…) Auch soll der Frage nachgegangen werden, ob man sich mit dieser Dienstleistung erfolgreich selbstständig machen kann bzw. ob man von dieser Verdienstmöglichkeit leben kann.“

Puhhh, ganz schön aufgesetzt, oder? Aus meiner Erfahrung würde ich sagen, dass kaum jemand wirklich so spricht …

Ich würde es so formulieren:

„Sie wollen sich selbstständig machen? Dann sollten Sie folgende drei Punkte beachten:

  • Beleuchten Sie das Tätigkeitsfeld inklusive der notwendigen Fähigkeiten.
  • Klären Sie inhaltliche und formale Aspekte (Steuern) sowie Fragen rund um Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten .
  • Fragen Sie sich, ob Sie sich mit Ihrer Dienstleistung erfolgreich selbstständig machen bzw. von dieser Verdienstmöglichkeit leben können.“

Klingt doch direkt ansprechender, oder? Und ich habe gar nicht viel gemacht, außer genau die Punkte anzuwenden, die Sie eben kennengelernt haben.

Warum lebendige Website-Texte noch nicht reichen

Wollen Sie mit Ihrer Website (mehr) Kunden gewinnen, werden lebendige Texte Sie leider noch nicht an Ihr Ziel bringen.

Denn Sie sollten Ihren Besuchern auch die Fragen beantworten, mit denen sie zu Ihnen kommen. (Das sollten Sie übrigens auch, wenn Sie die meisten Kunden über Empfehlungen gewinnen … Mit den richtigen Inhalten können Sie nämlich Erstgespräche verkürzen bzw. viel zielführender gestalten oder sich Ihre Projekte aussuchen, weil Sie mehr Anfragen bekommen.)

Um Besucher in Interessenten und Kunden zu verwandeln, sollten Sie auch typische Fehler vermeiden, wie:

  • Die ganze Zeit nur von sich schreiben und sich nicht fragen, was Besucher eigentlich wissen wollen
  • Einfach nur Ihre Leistungen auflisten, ohne sich über den Mehrwert für potentielle Kunden Gedanken zu machen
  • Auf Ihrer Über-mich-Seite nur Ihren Lebenslauf platzieren und ebenfalls nur über sich zu schreiben. (Die Über-mich-Seite sollte eigentlich „Über-dich-Seite“ heißen …)

Lesen Sie hier mehr dazu:

Was Sie jetzt tun können