(Zu) kurze Website-Texte schreiben: Warum Sie dadurch potenzielle Kunden verlieren

Zuletzt aktualisiert am 30.03.2022

„Ich will es kurz und knapp halten!“ oder „Das ist viel zu lang, das interessiert doch keinen!“ Ja, kurze und knackige Texte für unsere Website schreiben ist wichtig. Schließlich wollen wir Besucher nicht überfrachten mit Informationen. Aber interessiert es wirklich keinen und sollten wir tatsächlich niemanden „nerven“ mit zu viel Text? Nein. Zu kurze Texte können Ihnen sogar schaden.

Ja, ich weiß, im Web wird nicht mehr viel gelesen. Wahrscheinlich fragen Sie sich gerade, ob ich ein bisschen übergeschnappt bin …

Ernsthaft dafür zu plädieren, dass kurz nicht immer gut ist.

Schließlich erzähle ich Ihnen in einem meiner Beiträge ja noch, wie wenig im Netz gelesen wird:

Es werden maximal 20 Prozent Ihrer Seite gelesen. Und: Nur 16 Prozent der Nutzer lesen Wort für Wort.

Im Netz wird nur noch gescannt? Was das wirklich bedeutet.

Das Problem ist: Die meisten verstehen dieses Nutzerverhalten falsch. Ich mache Ihnen hier keineswegs einen Vorwurf, schließlich kursiert diese Aussage ja überall.

Nur, kaum jemand erzählt die Geschichte zu Ende.

Dass Menschen im Web scannen heißt nicht, dass sie gar nicht mehr lesen.

Was richtig ist: Am Anfang überfliegen sie Websites erstmal, um zu schauen, ob es darauf etwas Relevantes für sie gibt.

Und ist das so – und das eben wird viel zu selten gesagt – dann lesen Ihre Besucher auch Wort für Wort.

Was heißt hier „Das interessiert doch eh keinen“?

„Liest sowieso keiner“, heißt es schnell, wenn Texte etwas länger sind. Diesen Satz kennen wir nur zu gut, oder?

Ich bin bei Ihnen. Wir haben Angst, jemanden zu nerven, oder? Die Leser sollen nicht denken, dass hier eine Textwelle auf sie zurollt.

Und ich möchte, dass Sie umdenken. Was steckt hinter „Das interessiert doch eh keinen“?

Woher nehmen Sie diese Annahme?

Ist das nicht eine Absage an Ihren eigenen Text? Glauben Sie so wenig an das, was Sie geschrieben haben? (Sie verzeihen mir diese provokante Frage, ja?)

Und lassen Sie mich etwas provokanter fragen: Wenn das so ist, warum tun Sie dann nicht etwas dafür, dass der Inhalt interessant genug wird?

Sie schreiben nicht für alle. Echt nicht.

In der ganzen Diskussion um „Im Web liest doch eh keiner“ geht eine Sache fulminant unter:

Sie schreiben auf Ihrer Website nicht für jeden.

Nein?

Nein.

Sie schreiben für diejenigen, die potenziell an Ihrem Angebot interessiert sind.

Für alle anderen schreiben Sie nicht.

„Machen Sie sich keine Sorgen darüber, die Hunde zu vergraulen, wenn Sie die Füchse anziehen wollen.“ Das sagte bereits Gary Halbert, Direktmarketer und Copywriter.

„Das interessiert doch eh keinen“ – Oh doch!

Sie adressieren mit Ihrer Website nur die Menschen, an die sich Ihr Angebot richtet. Ihre idealen Kunden.

Und hier sollten wir den Ausspruch „Das interessiert eh keinen“ infrage stellen, oder?

Wollen wir uns wirklich möglichst kurzhalten, nur damit es „irgendwem“ nicht zu lang ist?

Wenn jemand nicht zu unserer Zielgruppe gehört bzw. nicht unser idealer Kunde ist – kann es uns dann nicht egal sein, wenn ihn unsere Inhalte nicht interessieren?

(Das ist übrigens der Grund, warum es nicht immer eine gute Idee ist, Freunde und Familie nach ihrer Meinung zu Ihrer Website zu fragen)

Lang und langatmig: Verwechseln Sie das nicht

Ja – es ist richtig, dass die Überschrift, die ersten Worte und Sätze überzeugend sein müssen, um die Aufmerksamkeit Ihrer Besucher zu gewinnen.

Und ja: Kurz und knackig schreiben ist wichtig.

Doch kurz bezieht sich vor allem auf die Satz- und Wortlänge. Nicht aber auf die Länge des Textes.

Nehmen wir mal an: Ein Interessent hat nach einem Angebot wie Ihrem gesucht und ist auf Ihrer Website gelandet.

Nach etwas Querlesen bekommt er das Gefühl hat, Sie könnten ihm helfen.

Und jetzt will er mehr wissen, weil er sicher gehen will, dass er sich richtig entscheidet.

Sie aber – weil Sie ja bloß niemanden mit zu viel Text nerven wollen – haben die Inhalte auf ein Minimum beschränkt (und hoffen, dass Interessenten sich melden).

Sie lassen potenzielle Kunden im Regen stehen, wenn Sie zu kurze Texte für Ihre Website schreiben

So sucht Ihr Interessent vergebens nach Infos, die ihn letztlich überzeugen würden, Sie zu kontaktieren.

Oder jemand findet Ihren Blogartikel erhellend und will wissen, was Sie anbieten. Und erkennt nicht, dass Ihr Angebot genau zu ihm passt.

Sie sehen, wie kurze Texte Ihr Ziel, mit Ihrer Website (die richtigen) Kunden zu überzeugen konterkarieren?

Lassen Sie es mich darum nochmal unterstreichen:

„Möglichst kurz“ ist Quatsch. Ja, das muss ich in dieser Deutlichkeit sagen.

Webtexte dürfen auch mal lang sein.

Aber dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen:

Mehr dazu:

Die ersten Worte entscheiden

In wenigen Worten überzeugen. Das wollen wir, oder?

Und ja, das geht. Aber dafür müssen wir unsere Zielgruppe kennen.

Denn tun wir das, wissen wir, was ihnen wichtig ist.

Und können dann schlagkräftige Nutzenargumente formulieren, die bei ihnen ins Schwarze treffen.

Und nein, das ist nicht ganz einfach, das sage ich nicht.

Aber es wird leichter, wenn wir wissen

  1. wer unsere idealen Kunden sind und
  2. was unsere idealen Kunden wollen.

Was aber, wenn unsere Kunden so verschieden sind, dass gefühlt jeder was anderes will?

Dann kann es hilfreich sein, sich eingehend mit Ihrer Zielgruppe zu beschäftigen und sich dafür einen Experten an Ihre Seite zu holen, der Sie mit den richtigen Fragen weiterbringt (wie ich es zum Beispiel in meinem Knotenlöser-Coaching tue).

Das Aussehen ist (auch) entscheidend

Weil ich als Jugendliche ziemlich dick war, bin ich die Erste, die für die inneren Werte plädiert.

Im Falle von Website-Texte zählen auf den ersten Blick jedoch die äußeren Werte. Denn sieht Ihre Website nicht einladend aus, verprellen Sie Besucher sofort.

Und hier sind wir wieder bei der Aussage, dass im Netz Texte oft nur überflogen werden.

Ermöglichen Sie Ihren Besuchern, Ihre Website zu Beginn schnell zu überfliegen.

Damit das möglich ist, sollten die Seiten leicht „konsumierbar“ aussehen, eben „leicht zu lesen“.

Ermöglichen Sie einen schnellen Überblick

In kürzester Zeit muss sich ein Besucher einen Überblick verschaffen können, ob Ihre Seite relevant ist – um zu entscheiden, ob er mehr lesen will.

Das heißt:

  • Aussagekräftige Überschriften, die sofort deutlich machen, worum es geht (präzise schlägt kreativ)
  • Absätze, Absätze, Absätze! (maximal vier Zeilen, im Zweifelsfall besser noch kürzer)
  • Genügend Zwischenüberschriften (spätestens nach 300 Wörtern)
  • Generell ein luftiges Aussehen mit viel „Weißraum“ (der automatisch entsteht durch viele Absätze und Zwischenüberschriften)

Lesen Sie den Gastartikel von Designerin Nicole van Meegen: Die 7 Hebel, damit Besucher lange bleiben (und zu Kunden werden)

Nein, im Netz wird nicht nur noch gescannt

Ja, im Netz wird gescannt – aber nicht nur. Denn es gibt sie: die Leute, die Wort für Wort lesen.

Entweder, weil sie einfach die Zeit haben.

Oder (und hier wird es interessant), weil es sie wirklich interessiert, was Sie zu sagen haben (= Ihre potenziellen Kunden).

Wir müssen also beide Lesetypen bedienen:

  • Scanner
  • Wort-für-Wort-Leser

Die Scanner machen Sie glücklich, indem Sie die obigen Punkte zum Aussehen berücksichtigen.

Beantworten Sie die wichtigsten Fragen Ihrer Besucher

Und für alle, die dann tiefer einsteigen, ist Ihr Credo: Lassen Sie nicht Informationen weg, nur weil Sie „niemanden“ nerven wollen.

Wen es nicht interessiert, der überfliegt es halt nur. Und ist das schlimm? Nein.

Umso wichtiger ist es, dass Sie am Anfang in wenigen Worten klar machen, dass hier etwas Relevantes steht.

Und das wiederum tun Sie unter anderem, indem Sie Ihren Kunden das Gefühl geben, dass Sie sie verstehen.

Beantworten Sie dann die wichtigsten Fragen Ihrer Besucher. Auch wenn das mal was länger wird. Und ja: Das ist okay.

Schauen Sie sich beispielsweise diese drei Seiten an, die mir zuverlässig neue Kunden bringen:

Ja, aber was wollen Besucher denn von mir wissen?

Möglicherweise rasen in Ihrem Kopf gerade zig Fragen los:

  • Ja, aber wie genau bringe ich denn mein Angebot in wenigen Worten auf den Punkt?
  • Was muss ich denn potenziellen Kunden sagen? Was wollen sie wissen?
  • Wie schreibe ich denn die Über-mich-Seite, ohne mein ganzes Leben ausbreiten zu müssen?

Dazu habe ich verschiedene Antworten für Sie:

Es gibt nicht DIE perfekte Länge

Und weil die Frage sicher die ganze Zeit schon in Ihrem Kopf schwirrt: Nein, es gibt keine magische Zahl, keine „richtige“ Textlänge.

Denn die optimale Länge hängt auch von einem ganz entscheidenden Faktor ab: Um welche Seite geht es? Startseite, Verkaufsseite, Blogartikel?

Und wo steht Ihr potenzieller Kunde gerade? Wie viel weiß er darüber, wie Ihr Angebot die Lösung für sein Problem ist?

Weil jede Unterseite unterschiedliche Aufgaben und Ziele hat, ist jede davon unterschiedlich aufgebaut – und deswegen unterschiedlich lang.

Und je mehr Sie recherchieren, desto mehr Meinungen finden Sie.

Für Blogartikel stoßen Sie zum Beispiel auf diese Informationen: mindestens 300 Wörter, optimal seien mindestens 1.000 Wörter.

Homepage (=Startseite) und Über-mich-Seite betrachte ich persönlich nicht als gesamten Text, sondern als Textbausteine.

Denn beide Seiten bestehen nicht (wie zum Beispiel Blogartikel) aus zusammenhängendem Text („Fließtext“), sondern eher aus Häppchen wie auf einem Buffet. Die einzelnen Textbausteine sind jeweils sehr kurz.

Angebotsseiten können je nach Kontext auch mal 20.000 Worte lang sein

Ich habe mal gezählt und mein kürzester Textbaustein ist gerade mal 21 Wörter lang (Startseite, „Meine Leistungen“) und der längste 160 Wörter (Über-mich-Seite, „Mein Werdegang“).

Eine Angebotsseite dagegen kann wirklich jede Länge haben, je nachdem für welchen Zweck sie eingesetzt wird.

Es kann bei 5.000 Wörtern losgehen, doch auch 20.000 Wörter können Ihnen begegnen.

Erfahren Sie mehr zum Aufbau der Seiten:

Fazit

Unterscheiden Sie zwischen lang und langatmig. Kurz bezieht sich auf Länge von Wörtern und Sätzen. Nicht auf den Inhalt an sich.

Und: Vergessen Sie nicht, dass Sie nicht für Jedermann auf Ihrer Website schreiben. Sondern nur für Ihre potenziellen Kunden.

Ja, kurz und knackig schreiben ist wichtig. Doch das bezieht sich eher auf den Schreibstil. Verwechseln Sie das nicht mit der Inhaltsfülle, die Sie benötigen, um potenziellen Kunden all die wichtigen Antworten zu geben, die sie brauchen.

Abhängig vom Seitentyp können Seiten auch mal mehrere Tausend Wörter lang sein.

Und jetzt?

  • Starten Sie mit Headlines, die sofort die Aufmerksamkeit Ihrer potenziellen Kunden auf sich ziehen: Zur kostenfreien Anleitung für Überschriften
  • Wenn Sie sicher gehen wollen, weder zu wenig noch zu viel schreiben zu wollen, ist möglicherweise eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Vorlagen das Richtige für Sie. Schauen Sie sich meinen Onlinekurs „Die Bauanleitung für Ihre Website-Texte“ an.
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Über Maria Horschig

Ich unterstütze Selbstständige, die mit ihrer Website zu wenig Kunden gewinnen, mit ihren Website-Texten Besucher in Kunden zu verwandeln.

Ich zeige Ihnen, wie Ihre Texte verkaufen, ohne verkäuferisch zu klingen und ganz ohne das typische Marketing-Blabla auskommen.

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