Sechs typische Fehler auf einer Startseite

Und wie Sie sie vermeiden

Die Startseite ist oft das erste, was Ihre potentiellen Kunden von Ihnen sehen. Sie wollen wissen “Bin ich hier richtig?” Hier sollten sie sich orientieren können, wofür Sie stehen und was Sie anbieten. Es gibt typische Fehler auf einer Startseite, die Ihren Besuchern genau das schwer machen. In diesem Artikel zeige ich Ihnen sechs davon – und wie Sie diese beheben.

Das große Fragezeichen beim Besucher: Auf Ihrer Startseite wird einfach nicht klar, was Sie anbieten

Vielleicht kennen Sie das: Sie kommen auf eine Website, schauen sich die Startseite an, scrollen runter, scrollen wieder hoch, lesen hier, klicken da – aber Ihnen leuchtet einfach nicht ein, worum es geht. Richtig anstrengend, oder?

Ihre Besucher wollen in kürzester Zeit wissen, ob Sie ihr aktuelles Problem lösen können. Mit kürzester Zeit meinen wir eine erschreckend kurze Zeitspanne von: maximal drei Sekunden.

Darum sollte Ihre Startseite genau das tun: Ihren Besuchern zu helfen, sich zu orientieren – und zwar möglichst schnell.

Ihr Besucher sollte im Idealfall sofort erkennen, worum es geht: Coaching, Fotografie, Lektorat, Software – was bieten Sie an? Und: Welche Zielgruppe sprechen Sie an? Unternehmen einer bestimmten Größe, eine spezielle Branche, Solo-Unternehmer?

Verstehen Ihre Besucher nicht, worum es auf Ihrer Website geht, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie schneller wieder gehen, als Ihnen lieb ist. (Mehr dazu: 16 Gründe, warum Ihre Website keine Kunden gewinnt – Teil 1: Typische Stolperfallen auf Ihrer Website)

Die folgenden Fälle sind eine Auswahl der Fehler, die mir auf Startseiten häufiger begegnen und durch die Sie “bares Geld auf dem Tisch liegen lassen”. Sollte Ihnen eines der Szenarien bekannt vorkommen, weil Sie Ihre eigene Website wiedererkennen – ärgern Sie sich nicht. Woher sollen Sie es wissen, wenn es Ihnen bisher keiner gesagt hat?

Fehler #1: Sie verschenken den Einstieg Ihrer Startseite mit „Herzlich willkommen“

Ich kann verstehen, dass Sie Ihre Besucher willkommen heißen möchten.

Wahrscheinlich haben Sie schon einmal davon gelesen, dass Besucher Ihre Website nach relevanten Schlagworten scannen und nicht Wort für Wort lesen. Über ein noch so ehrlich gemeintes “Herzlich willkommen” lesen sie darum oft einfach hinweg. Im schlimmsten Fall ärgern sie sich sogar darüber, weil es keine Informationen übermittelt.

Wie erwähnt wollen Besucher sofort wissen, ob Sie ihr Problem lösen können. Am besten schon im “ersten Bildschirm”, also dem Bereich, den Sie sehen, wenn Ihre Startseite geöffnet ist.

Den oberen Teil Ihrer Startseite sollten Sie darum für einen so genannten „Short Pitch“ reservieren. Was das heißt? Formulieren Sie in ein bis zwei Sätzen, was Sie für wen anbieten und welche Resultate Sie für Ihre Zielgruppe erreichen.

Eines meiner favorisierten Beispiele ist das von Passion&Profit:

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Sie erfahren sofort, worum es geht und was Sie erwarten können. Kurz und gut. Und möglicherweise spitzen Sie sofort die Ohren und sind neugierig, weil Sie merken “Ja, hier bin ich richtig”.

Fehler #2: Sie formulieren Ihre Startseite als Brief an Ihre Besucher

Auch das sehe ich oft auf Startseiten: Einen Text, der wie eine Art Brief an den Besucher gerichtet ist. Inhalte sind zum Beispiel, wie sehr sich freuen, dass der Besucher den Weg zu Ihnen gefunden hat, was den Besucher auf der Website erwartet oder wie die Website “zu bedienen” ist.

Leider erfüllen all diese Inhalte nicht das primäre Bedürfnis der Besucher: Herauszufinden, ob sie bei Ihnen richtig sind mit ihrem Problem.

Besser ist die Aufteilung in verschiedene “Sektionen”, die auch visuell deutlich voneinander getrennt sind, z.B. durch Zwischenüberschriften oder dezente Hintergrundfarben. So lässt sich Ihre Website deutlich besser scannen.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel Ihre Leistungen, Infos über Sie und Kundenstimmen. Mehr darüber erfahren Sie in diesem Artikel: Was auf Ihre Startseite gehört

Fehler #3: Ihre Startseite beginnt mit Inhalten, die für Ihre Zielgruppe nicht relevant sind

Vielleicht hat Ihr Unternehmen einen ausgefallenen Namen oder eine besonders spannende Geschichte – und Sie erklären die Herkunft direkt am Anfang. Sie selbst erachten es sicher als sinnvoll, erst einmal zu erläutern, wie Ihr Firmenname entstanden ist – Ihre Besucher können damit am Anfang aber noch nicht so viel anfangen.

Den Grund kennen Sie bereits: Sie möchten sich erst einmal darüber informieren, was Sie anbieten und wie Sie Ihrer Zielgruppe weiterhelfen können.

Diese Infos rutschen allerdings immer weiter nach unten, wenn Sie erst einmal mit Inhalten beginnen, die für Sie selbst zwar interessant sind, aus Sicht der Besucher aber nicht das Relevanteste Ihrer Website sind.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Diese Sachen können auf Ihrer Website zur Sprache kommen, aber: Nutzen Sie für Inhalte dieser Art nicht den Beginn Ihrer Startseite. Solche Fakten passen sehr gut auf Ihre Über-mich-Seite.

Fehler #4: Sie nutzen zu viele Schriftarten und Schriftfarben auf Ihrer Startseite

Um Inhalte voneinander abzutrennen, arbeiten Sie mit möglichst vielen Schriftgrößen, vielleicht auch verschiedenen Schriftarten und -farben? Ihr Gefühl trügt Sie nicht: Es ist wichtig, unterschiedliche Inhalte visuell voneinander zu trennen.

Nur: Sie sollten dabei nicht zu viel „spielen“. Denn wenn es im Design durcheinander geht, wirkt das auch auf Ihre Besucher schnell durcheinander – und unprofessionell.

Ein „unaufgeräumtes“ Bild verschreckt Besucher darum häufig. Das Problem: Je länger wir selbst an unserer Website „herumschrauben“, desto betriebsblinder werden wir und desto schwieriger fällt es uns, die Seite noch mit einem frischen Blick zu bewerten.

Mein Tipp: Investieren Sie in einen Designer und lassen Sie ein professionelles Webdesign erstellen. Ein guter Designer hat den richtigen Blick für Sie und Ihr Business und verpasst Ihrer Website den richtigen „Anstrich“ – damit Ihre Kunden sofort einen professionellen und vertrauenserweckenden Eindruck von Ihnen bekommen.

Fehler #5: Sie verorten wichtige Inhalte Ihrer Startseite in einer Seitenleiste

Die Sehgewohnheiten im Netz entwickeln sich immer weiter und so tut es das Leseverhalten im Web. Mittlerweile haben viele Websites keine Seitenleiste mehr. Noch vor ein paar Jahren war es ganz normal, dass Websites, neben der Hauptspalte, links und rechts je eine weitere Leiste hatten.

Heute gibt es oft nur noch eine einzige Spalte (die natürlich für „Anreißertexte“ bzw. „Teaser“ auch mal in mehrere Spalten unterteilt sein kann, wenn Sie z.B. Ihre Leistungen auf Ihrer Startseite kurz vorstellen).

Aber: Das Leseverhalten beim Scannen im Web gleicht einer F-Form. Sie sehen es an der Form des Buchstaben: Der rechte Seitenbereich (in dem Seitenleisten heute meistens verortet sind) erhält enorm wenig Aufmerksamkeit, zumindest in unseren westlichen Gefilden. Die Seitenleiste wird also oft gar nicht berücksichtigt, ergo. Die dortigen Inhalte bekommen keine Aufmerksamkeit.

Und noch etwas ist problematisch: Wenn die Seitenleiste schon im oberen Bereich beginnt, wirkt das besonders unübersichtlich und “erschlägt” den Besucher gefühlt. Denn zu viele Inhalte “prasseln” dann auf ihn ein. Das wiederum ermöglicht Ihren Besuchern keinen Fokus auf Ihrer Startseite. Und das macht es ihm noch schwieriger zu erfassen, worum es auf Ihrer Website geht.

Fehler #6: Ihre Leistungen stehen neben Ihren kostenfreien Angeboten

Bieten Sie auf Ihrer Website ein kostenfreies Angebot, wie ein E-Book oder eine Checkliste? Klasse, denn mit solchen kostenfreien Downloads können Ihre Besucher Sie in Ruhe kennenlernen.

Nur: Platzieren Sie diese nie auf gleicher Höhe wie Ihre kostenpflichtigen Leistungen! Das heißt, nicht in derselben Reihe oder “Sektion”. Trennen Sie diese deutlich voneinander, zum Beispiel durch Zwischenüberschriften.

Es entsteht sonst unter Umständen der Eindruck, dass alle diese Leistungen gratis sind. Damit tun Sie sich keinen Gefallen. Anders herum kann es passieren, dass Ihr kostenfreies Angebot untergeht – was schade wäre, da es ein wichtiges Element ist, um mit Ihrer Website potentielle Kunden zu gewinnen.

Fazit: Setzen Sie die Brille Ihrer Besucher auf. Immer wieder.

Versetzen Sie sich immer wieder in die Situation Ihrer Besucher. Versuchen Sie Ihre Website mit den Augen Ihrer Besucher zu sehen. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, weil wir mit der Zeit latent betriebsblind werden. Das ist normal und niemand ist davor gefeit.

Wichtig ist nur, dass Sie sich Unterstützung holen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen “der Durchblick” fehlt.

Was mir immer wieder hilft, ist der Blick von außen in meiner Unternehmer-Community, dem Powerhouse. Dort gibt es regelmäßig Website-Checks, in denen wir gemeinsam die Website von anderen Mitgliedern analysieren und (sehr wohlwollendes!) Feedback geben. Hier nehme ich mir jedes Mal mindestens einen Punkt für meine eigene Website mit.

Möchten Sie sofort Nägel mit Köpfen machen, aber haben nicht die Zeit, selbst tätig zu werden? Und haben das Gefühl, ich könnte Ihnen dabei behilflich sein? Lassen Sie es mich wissen. In meinem einstündigen Erstgespräch finde ich häufig zwei bis drei Ansatzpunkte, die aktuell dafür sorgen, dass Ihre Website keinen Kunden bringt und gemeinsam erarbeiten wir dann einen “Schlachtplan”, um auch Ihre Website in einen Kundenmagneten zu verwandeln.