Auf Ihrer Website über sich selbst schreiben: So fällt es Ihnen leichter

Zuletzt aktualisiert am 18.03.2022

Als Solo-Selbstständige  unsere Website-Texte schreiben – es gibt wohl zig Dinge, die Sie lieber tun, oder? Sie wissen einfach nicht, was Sie schreiben sollen. Und wie ein Marktschreien wollen Sie auch nicht klingen. Verständlich.  Die gute Nachricht ist: Zwischen „sich selbst in einem guten Licht präsentieren“ und „sich selbst beweihräuchern“ ist viel Platz für das richtige Maß.  

Wenn Sie das hier lesen, nehme ich an, Ihnen fällt es auch schwer, über sich zu schreiben. Willkommen in der Runde. Wie Sie auch, haben viele Solo-Unternehmer Sorge, es könnte „zu viel“ sein, wenn Sie sich selbst auf Ihrer Website schreiben. Dass sie womöglich wie ein Angeber klingen.

Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Selbst Textprofis bereitet es Kopfzerbrechen, über sich selbst zu schreiben

In einer Umfrage unter meinen Lesern lag dieses Problem weit vorn. „Ich kann als Redakteurin über alles und jeden schreiben. Nur über mich, das fällt mir schwer“, lautete beispielsweise eine Antwort.

Ja, unsere Website ist für uns Solo-Unternehmer einer der wichtigsten Akquise-„Mitarbeiter“. Aber auch wenn (oder gerade weil?), wir das wissen: Über uns selbst zu schreiben ist eine derjenigen Aufgaben, die uns das meiste Kopfzerbrechen bereitet.

Das Problem: Wirklich umgehen können wir es nicht. (Es sei denn, Sie lassen Ihre Website schreiben.)

Also muss eine Lösung her.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie einen guten Weg finden, über sich selbst zu schreiben und sich damit auch wohlzufühlen.

Fragen Sie sich: Was empfinden Sie als unangenehm?

Lassen Sie uns mit einer Frage beginnen: Was empfinden Sie persönlich als übertrieben auf anderen Websites? Was finden Sie unpassend? Ab wann ist es aus Ihrer Sicht „zu viel“?  (Ok, das war jetzt mehr als eine Frage…)

Übertrieben könnten für Sie zum Beispiel folgende Punkte wirken:

  • Es hagelt einen Superlativ nach dem anderen („der beste Service“, „exzellente Angebote“, „hochmoderne Server“)
  • Ein aalglatter Lebenslauf mit vielen Auszeichnungen (Jahrgangsbeste, jüngste Absolventin, Mitarbeiterin des Jahres, usw.)
  • Selbstverständlichkeiten („eine schnelle Auffassungsgabe“, „eine gute Allgemeinbildung“)
  • Zu steife Formulierungen („Zu meinen Qualifikationen zählt eine vollumfängliche Ausbildung im Fach Germanistik mit einem Hochschulabschluss“ anstatt z.B. „Ich habe Germanistik studiert“)

Was gibt Ihnen dieses ungute Gefühl?

Sie werden es merken: Wenn Sie sich mit diesen Fragen beschäftigen, wird es Ihnen klarer, was genau Ihnen ein ungutes Gefühl gibt. Und mit diesem Wissen werden Sie Ihre eigenen Webtexte leichter schreiben können, weil Sie wissen, wie Sie NICHT klingen wollen.

Lassen Sie mich eins noch ergänzen: Was es auch ist, das Sie unpassend finden – es ist ok. Schließlich sollen Ihre Website-Texte Sie – und nur Sie – repräsentieren.

Wenn ich eines vorweg nehmen darf: Zu steife bzw. hölzerne Formulierungen sind nie eine gute Idee, weil sie distanziert wirken. Damit wird es schwer, Ihre Besucher auch emotional zu erreichen – und das ist eine Voraussetzung, um sie zu überzeugen.

Mehr dazu lesen: Warum Sie zu hölzerne Formulierungen in Ihren Texten vermeiden sollten)

Positiv über sich zu schreiben, hat nichts mit „angeben“ zu tun

Ich erwähnte ja anfangs schon, dass es einen großen Unterschied gibt zwischen „sich selbst in einem guten Licht präsentieren“ und „sich selbst beweihräuchern“.

Wenn Sie also Angst haben, Sie könnten als Angeber wahrgenommen werden, nur weil Sie ein paar positive Worte über sich schreiben: Die kann ich Ihnen nehmen.

Ok, sagen wir eher – ich WILL sie Ihnen nehmen…

Denn wenn ich Website-Texte für meine Kunden schreibe, passiert oft Folgendes:

Am Telefon erlebe ich sie als herzliche und sympathische Menschen. Schaue ich mir ihre bestehenden Websites an, ist von ihrer Persönlichkeit viel zu oft nichts zu spüren.

Darauf angesprochen antworten fast alle, sie wollen nicht so viel von sich preisgeben, weil sie Angst haben, wie Marktschreier zu klingen.

Und das finde ich sehr schade.

Ihre Persönlichkeit entscheidet

Denn gerade die eigene Persönlichkeit wird immer mehr zum wichtigen Entscheidungskriterium.

Denn als Solo-Unternehmer sind wir unsere Firma. Und selten tun wir etwas, dass es noch nicht gibt: Designer, Programmierer, Business Coaches – Sie haben unzählige Mitbewerber …

Für Laien ist es oft schwierig, den Unterschied auszumachen.

Noch dazu klingen viele Websites so austauschbar, dass es nicht gerade leichter wird, sich zu entscheiden. Dabei wollen potentielle Kunden natürlich wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Menschen kaufen von Menschen.

Und gerade, wenn Sie beratend oder kreativ tätig sind ist Sympathie bzw. „die Chemie“ ein wichtiger Faktor.

Wie aber sollen sich Besucher Ihrer Website ein Bild von Ihnen machen, wenn da fast nichts über Sie steht?

Auf Ihrer Website geht es mehr um Ihre Besucher als um Sie

Die nächste Wahrheit ist (und das mag jetzt ein bisschen hart klingen): Am Anfang ist es Ihren Besuchern noch gar nicht so wichtig, wer Sie sind. Zu Beginn interessieren sie sich erstmal nur für sich selbst.

Sie wollen wissen, ob Sie ihnen helfen können. Sie wollen sehen, ob bzw. dass sie richtig bei Ihnen sind.

Besucher kommen meist mit einer bestimmten Frage oder Intention im Kopf auf Ihre Website. Sie wollen etwas Bestimmtes wissen oder tun.

Sobald sie auf Ihre Seite kommen, fragen sie sich „Bin ich da, wo ich hinwollte?“ oder „Finde ich hier, was ich suche?“

Beantworten Sie diese Frage auf Ihrer Startseite erst einmal so schnell wie möglich, indem Sie klar machen, was und für wen Sie anbieten.

Lesen Sie mehr dazu:

Mehr Kunde, weniger wir selbst

Ein Beispiel der Webdesignerin Nicole van Meegen:

Ein professioneller Außenauftritt, mit dem Sie sich wohlfühlen. Website und Grafikdesign für Solounternehmer und kleine Unternehmen

Und ein weiteres von Angelika Färber, Mentorin für Positionierung:

Ich helfe Beraterinnen und Dienstleisterinnen ihr Profil so zu schärfen, dass sie ihre Kunden mit wenigen Worten gezielt ansprechen, damit diese den Nutzen für sich erkennen und von sich aus auf sie zukommen.

Fällt Ihnen etwas auf? Richtig: Die beiden verlieren noch kein Wort über sich selbst als Menschen. Nur darüber, wem sie wie helfen.

Und so darf und sollte sich das über viele Teile Ihrer eigenen Website ziehen. Ihre Texte sollten deutlich weniger „Ich“ und viel öfter „Sie“ bzw. „du“ enthalten.

Und damit komme ich zum nächsten Punkt …

Was Sie über sich schreiben sollten

Vielleicht ist es in diesem Artikel schon sehr deutlich geworden: Sie „müssen“ nur auf der Über-mich-Seite etwas ausführlicher über sich selbst schreiben.

Aber: Auch dort sollten Sie auf Ihre Besucher eingehen und nicht die ganze Zeit von sich reden oder Ihren Lebenslauf „herunterbeten“.

Schauen wir uns an, welche Bausteine auf Ihrer Über-mich-Seite nicht fehlen dürfen:

  • Welche Ergebnisse Sie für Ihre Kunden erzielen
  • Ihre Expertise: Qualifikationen bzw. wichtigste Stationen
  • Ihr Warum und/oder die Geschichte Ihres Unternehmens
  • Etwas Persönliches, wenn Sie möchten

Was genau Sie zu diesen Punkten schreiben sollten, habe ich in diesen Blogartikeln behandelt:

Noch mehr dazu:

Schreiben Sie so, wie Sie sprechen

Wie also schreiben Sie über sich, ohne es zu übertreiben? Mein bester Tipp: Schreiben Sie möglichst natürlich. Also so, wie Sie auch sprechen.

Haben Sie Sorge, das könnte zu umgangssprachlich klingen? Das kann ich gut verstehen, schließlich wollen Sie sich kompetent und seriös präsentieren. Ich kann Ihnen versichern, das tut es nicht.

Das Gegenteil ist der Fall. Je einfacher und verständlicher Sie schreiben, desto intelligenter und sympathischer nehmen Ihre Besucher Sie wahr.

Mehr dazu: Warum „hochgestochene“ Website-Texte Ihnen schaden

Mehr dazu:

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Über Maria Horschig

Ich unterstütze Selbstständige, die mit ihrer Website zu wenig Kunden gewinnen, mit ihren Website-Texten Besucher in Kunden zu verwandeln.

Ich zeige Ihnen, wie Ihre Texte verkaufen, ohne verkäuferisch zu klingen und ganz ohne das typische Marketing-Blabla auskommen.

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