Elf typische Fehler auf Websites

Und wie Sie sie vermeiden

Möchten Sie Ihre Website überarbeiten und dabei sichergehen, dass Sie die typischsten Fehler umgehen? Oder wollen Sie Ihre aktuelle Website auf den Prüfstand stellen? Es gibt eine Reihe häufiger Fehler, die mir als Texterin immer wieder begegnen. Alle führen dazu, dass die Website bares Geld „auf dem Tisch liegen lässt“, weil essentielle Bestandteile für Besucher fehlen oder gewisse Aspekte sie vergraulen. Welche das sind? Hier finden Sie elf typische Fehler auf Websites.

Fehler auf der Startseite Ihrer Website

 #1: Sie verschenken den Einstieg der Startseite mit „Herzlich willkommen“

Ich kann verstehen, dass Sie sich über jeden Besucher freuen, der den Weg auf Ihre Website findet. Allerdings sollten Sie den oberen Teil Ihrer Startseite für einen so genannten „Short Pitch“ reservieren. Was das heißt? Formulieren Sie in ein bis zwei Sätzen, was Sie für wen anbieten und welche Resultate Sie für Ihre Zielgruppe erreichen.

Website-Besucher haben es meist eilig und wollen sich in kurzer Zeit (meist wenige Sekunden) ein Überblick über Ihre Angebote verschaffen, um herauszufinden, ob sie bei Ihnen richtig sind. Über ein „Herzlich willkommen“ lesen sie einfach hinweg (oder ärgern sich sogar darüber, weil es ihnen nicht weiterhilft).

#2: Ihre Startseite beginnt mit Inhalten, die Sie selbst als wichtig erachten– nicht aber Ihre Zielgruppe

Vielleicht hat Ihr Unternehmen einen ausgefallenen Namen oder eine besonders spannende Geschichte – und Sie erklären die Herkunft direkt als erstes? Ja, diese Sachen können auf Ihrer Website zur Sprache kommen, aber: Nutzen Sie für Inhalte dieser Art nicht den Beginn Ihrer Startseite.

Sie selbst erachten es sicher als sinnvoll, erst einmal zu erläutern, woher sich Ihr Firmenname ableitet – Ihre Besucher können damit am Anfang aber noch nicht so viel anfangen. Sie möchten sich erst einmal darüber informieren, was Sie anbieten und wie Sie Ihrer Zielgruppe weiterhelfen können (siehe Punkt 1).

Diese Infos rutschen allerdings immer weiter nach unten, wenn Sie erst einmal mit Inhalten beginnen, die für Sie selbst zwar interessant sind, aus Sicht der Besucher aber nicht das Relevanteste Ihrer Website sind.

Lesen Sie mehr dazu:

Fehler im Menü Ihrer Website

Typische Bezeichnungen für das Menü sind auch „Navigation“, „Reiter“ oder „Tabs“. Alle sind richtig und meinen das gleiche Element Ihrer Website 🙂

#3: Die Menü-Punkte sind mit internen Namen bezeichnet

ERuMA, UiBeGa, CiASet – Programme oder Projekte tragen manchmal die wildesten Namen, da sie als Akronyme aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter bestehen.

Klar – Sie wissen, was Sie damit meinen! Oft aber Ihre Zielgruppe nicht.

Ähnlich sieht es mit Methoden (z.B. bei Coaches) oder Geräten (z.B. bei Fitnessstudios,) aus. Sie als Experten wissen, wofür NLP und eXcio stehen und was Ihre Kunden damit erreichen. Aber Ihre Besucher…?

Am Anfang ihrer Suche recherchieren potentielle Kunden oft (noch) nicht nach diesen speziellen Begriffen. Sie wissen noch nicht, dass diese Methoden oder Angebote die Lösung ihres Problems sind. Erklären Sie stattdessen besser, welche Resultate Ihre Kunden dadurch erwarten können.

#4: Das Menü enthält keinen Start-Reiter

Ihr Menü, auch Navigation genannt, ist der Wegweiser durch Ihre Website. Es führt Ihre Besucher zu Ihren Inhalten, wie Ihren Angeboten oder auf Ihre Über-mich-Seite.

Aber vergessen Sie nicht, dass Besucher auch gerne wieder zurück zur Startseite (der Homepage Ihrer Website) wollen. Manche Menüs enthalten keinen Punkt für die Startseite – und produzieren so Einbahnstraßen für Besucher.

Klar – auch Ihr Logo, oft oben links platziert, führt meistens zurück zur Homepage. Nur: Nicht jeder Besucher weiß das! Also machen Sie es Ihren Besuchern leicht und platzieren Sie einen Reiter namens „Start“ oder „Home“ im Menü.

#5: Das Menü enthält zu viele Reiter

Ja, Sie haben viele Angebote und wollen im Menü möglichst viel unterbringen, damit Ihr Besucher sofort weiß, was Sie alles anbieten.

Aber Vorsicht! Zu viele Punkte überfordern der Besucher – und überfrachten schlichtweg das Menü!

Wie schon gesagt: Ihr Menü ist der Wegweiser durch Ihre Website – und was sollen Wegweiser tun? Natürlich verständlich machen, wohin Sie abbiegen sollten, um an Ihr Ziel zu gelangen.

Das Menü sollte aus maximal sieben Reitern bzw. Tabs bestehen. Für die Zahl der jeweiligen Unterseiten gilt drei bis fünf als gute Größe.

Fehler in den Texten Ihrer Website

#6: Ihre Website enthält zu viel Text bzw. die Texte haben zu wenig Struktur

Puh… Sie kennen diese Seiten, auf denen Sie der Text beim Öffnen der Seite gefühlt umrennt? Weil Sie vor lauter Schrift nicht mehr viel anderes sehen?

Ich weiß: Manche Themen benötigen viele Worte – und das ist auch völlig okay! Manche Dinge sind nicht in ein paar Sätzen erklärt. Und dann ist es auch ok, dem den Raum zu geben, des es braucht.

Leider sind viele Texte einfach unglaublich unvorteilhaft formatiert, sehen also einfach nicht einladend aus. Der Grund: Eine Wüste aus Text.

Dieser Eindruck entsteht, wenn folgende Fehler zusammenkommen:

  • Die Absätze sind viel zu lang
  • Es fehlen Zwischenüberschriften
  • Die Schrift ist zu breit
  • Die Schrift ist zu klein
  • Die Abstände zwischen den Zeilen sind zu klein

Das Problem daran: Menschen lesen im Web nicht Wort für Wort, sondern scannen die Inhalte.

All diese Punkte führen dazu, dass es auf der Website zu wenig weiße Fläche („Weißraum oder „White Space“) gibt. Weißraum aber benötigt Ihr Auge für ein angenehmes Lesen, denn je mehr weiß, desto entspannender.

Beachten Sie folgende Eckpunkte:

  • Absätze sollten maximal vier bis fünf Zeilen lang sein. (Achtung: Bei mobiler Ansicht werden die Absätze meist mindestens doppelt so lang wie an einem Monitor. Halten Sie die Absätze im Zweifel also lieber kürzer.)
  • Zwischenüberschriften machen alle zwei Absätze eine gute Figur. Nehmen Sie ganz einfach einen Satz aus den nächsten Absätzen, der den Kerngedanke des folgenden Inhaltes aufgreift. Achten Sie darauf, dass die Zwischenüberschrift sich deutlich abhebt (größer, fetter und mehr Abstand nach oben und unten).
  • Als Schriftgröße ist ein Wert von 16 Pixel optimal. (Im Zweifel ist diese Einstellung ein Fall für den Techniker 😊)
  • Webdesigner empfehlen eine Text-Breite von rund 640 Pixel, das sind je nach Schriftgröße 50 – 70 Zeichen mit Leerzeichen. (Faustregel: Selten ist das die gesamte Breite der Seite.)
  • Als angenehmer Abstand zwischen den Zeilen eignet sich 1,5 bis 1,6 Zeilen.

Lesen Sie mehr dazu, wie Ihre Besucher Ihre Inhalte besser scannen können.

#7: Ihre Website enthält zu wenig Text

Sie wollen Ihre Website nicht überfrachten? Haben Sorge, dass sie überladen wirkt? Ein sehr guter Gedanke. Nur sollten Sie auch nicht zu viele Inhalte streichen bzw. zu viel weglassen. Sowohl Ihre Besucher als auch Google benötigen genügend „Futter“, um Ihre Seite als relevant zu erkennen.

Sehr oft lese ich auf Websites spannende Informationen zu einem Angebot – und plötzlich ist der Text zu Ende. Manchmal folgt der Zusatz „Wollen Sie mehr erfahren? Kontaktieren Sie uns.“

Kunden sagen mir oft, dass sie hoffen, dass Interessenten sich melden, wenn sie mehr wissen möchten. Und dass die Leute ja ohnehin nicht so viel lesen.

Mich als Leser und potentiellen Kunden frustrieren die Auswirkungen dieser Denkweise. Wenn ich interessiert bin, will ich an Ort und Stelle mehr erfahren. Und tatsächlich ist kaufbereiten Kunden kein Text zu lang!

Ein Beispiel

Während der Weihnachtstage 2018 döste ich müde und vollgefuttert auf der Couch und scrollte mich durch Facebook. Da stolperte ich über eine Anzeige für einen Online-Sportkurs: eine neuartige Mischung aus Yoga und High Intensity Training (HIT) mit deutlichen Erfolgen in nur 30 Tagen bei nur 20 Minuten täglich. Da ich sowohl Yoga als auch HIT praktiziere, hatte die Anzeige meine volle Aufmerksamkeit.

Ziemlich neugierig, wie das gehen sollte, klickte ich also die Seite an – und las und las und las … und vergas alles um mich herum.

Diese Seite machte alles richtig: Sie erklärte nicht nur das Konzept, sondern beantworte mir auch en passant alle Fragen, die in mir währenddessen aufploppten, behandelte Einwände, die aufkamen und nahm mir jegliche Unsicherheit bezüglich des Kurses. Das Resultat: Ich buchte den Kurs. (Die Ergebnisse waren übrigens wirklich ansehnlich!)

Insgesamt las ich gefühlt fast fünf Minuten, in Summe umfasste der Text um die acht DIN-A4-Seiten. Weil ich all die Informationen wissen wollte, um mich von meiner Kaufentscheidung zu überzeugen.

Erkennen Sie den feinen Unterschied „kaufinteressierter“ Besucher?

Ihre Website als Berater

Und gerade dafür ist eine Website optimal: Ihnen zu jeder Tages- und Nachtzeit bei der Beratung potentieller Kunden zu helfen, Fragen zu beantworten und Vertrauen aufzubauen.

Nehmen Sie sich diese Chance nicht, aus Angst, ein unübersichtliches Wortmonstrum auf Ihrer Website zu platzieren.

Auch Google benötigt genügend „Futter“

Nicht nur Ihre Besucher suchen relevante Inhalte – auch Google benötigt mindestens 300 Wörter, um Ihre Seite analysieren und als relevant indizieren zu können. 300 Wörter sind übrigens eine gute ¾-A4-Seite.

#8: Die Texte sind nicht einladend

Haben Sie das auch schon öfter gelesen?„[Firma xz] zeichnet sich durch [Innovation / Kompetenz / was-auch-immer] aus.“ Wenn Firmen in der dritten Person von sich sprechen, haben sie meist Sorge, als unseriös wahrgenommen zu werden, wenn sie in der „Wir-Form“ über sich sprechen.

Diese Form über sich zu schreiben aber führt zu Distanz, die kein Vertrauen schafft. (Warum distanzierte Formulierungen kontraproduktiv sind)

Ein weiterer typischer Fehler auf Websites ist die fehlende Ansprache der Besucher. Dann stehen da leblose Sätze, die niemanden ansprechen, wie:

  • Man muss sich keine Sorgen um einen Parkplatz machen
  • Die Küche kann man kostenlos benutzen
  • Dieses Angebot kann man eine Woche kostenfrei testen
  • Das Programm kann eine Woche getestet werden.

Nochmals: Haben Sie keine Angst davor, als unseriös abgestempelt zu werden, weil Sie Ihre Besucher ansprechen. Ganz im Gegenteil! (Mehr dazu: Marketing-Texte: Zwei Techniken, die Sie vermeiden sollten)

33 Tipps für wirksame Marketing-Texte – Eine Checkliste

#9: Sie lassen Kunden zu früh zu Wort kommen – oder gar nicht

Begeisterte Kunden sind die besten Fürsprecher, die Sie sich wünschen können. Kundenstimmen auf Ihrer Website sind darum unabdingbar, um erfolgreich Kunden zu gewinnen.

Wichtig ist also, dass es sie überhaupt gibt auf Ihrer Website!

Allerdings sollten Kunden auch nicht zu früh zu Wort kommen. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Geschäft, weil sie auf der Suche nach einem neuen Smartphone sind. Und direkt am Eingang überfällt Sie ein begeisterter Kunde, der genau dieses eine Handy gekauft hat und absolut begeistert ist und Sie mit einem Wortschwall überfällt, wie klasse es doch funktioniert, wie tolle Bilder es schießt und … Und Sie hatten noch nicht einmal die Chance, sich das Handy in Ruhe anzuschauen, es in die Hand zu nehmen oder von allen Seiten zu begutachten.

Sie merken es sicher: Die zufriedenste Kundenstimme bewirkt nichts, wenn sie zu zeitig zu Wort kommt. Geben Sie Ihren Besuchern die Gelegenheit, sich ein Bild von Ihnen und Ihrem Angebot zu machen, bevor Kundenstimmen den Vertrauensaufbau voranbringen.

#10: Auf Ihrer Über-mich-Seite sprechen Sie nur von sich

Auch wenn diese Seite so heißt: Auf Ihrer Über-mich-Seite geht es nicht nur um Sie. Sondern auch, und vor allem, um Ihre Zielkunden. Diese Seite wird oft am zweithäufigsten besucht. Es ist darum eine gute Idee, Ihre Besucher abzuholen und zu erklären, was Sie anbieten und wie Sie Ihnen helfen. (Und erst dann von sich selbst sprechen.)

Die sechs wichtigen Elemente einer Über-mich-Seite

Vergessen Sie nicht, dass Besucher selten „linear“ durch Ihre Website klicken, also von der Startseite weiter zu den anderen Seiten. Per Google landen sie unter Umständen auf Unterseiten und wollen dann wissen, wo genau sie hier sind. Wenn sie dann auf der Über-mich-Seite nicht gleich verstehen, was Sie anbieten, mit wem Sie anbieten und welche Lösungen Sie bringen, verschenkt das viel Potential.

#11: Es fehlen klare Handlungsaufforderungen

Kommen neue Kunden zu mir, haben fast alle dasselbe Ziel im Gepäck: Dass sich Interessenten auch über die Website bei ihnen melden. Dass sie Kontakt aufnehmen, sei es per Telefon, Mail oder Kontaktformular.

Schaue ich mir die bestehende Website dann an, erkenne ich, warum bisher wenige Interessenten gekommen sind: Nirgendwo steht ein Satz à la „Nehmen Sie Kontakt mit mir auf. Jetzt.“

Nein, schreiben sollen Sie das so natürlich nicht. Aber: Sagen Sie Ihrem Besucher deutlich und so oft wie möglich, dass und wie er Kontakt mit Ihnen aufnehmen soll:

  • „Buchen Sie jetzt ein kostenfreies Erstgespräch.“ (Mit Link zum Formular o.ä.)
  • „Schicken Sie uns jetzt eine Nachricht“ (Verlinken zum Kontaktformular)
  • „Senden Sie uns jetzt eine E-Mail an xy@z.de

Typische Fehler auf Ihrer Website– Ein Fazit

Ja, der Grad von zu wenig und zu viel ist manchmal recht schmal, gerade wenn wir von der optimalen Textmenge sprechen oder der idealen Anordnung auf der Startseite. Wenn Sie in Ihrer „eigenen Suppe schwimmen“, fehlt der Blick von außen – und das ist etwas völlig Normales. Oft aber kann dieser die entscheidenden Hinweise und Impulse liefern.

Wenn Sie möchten, unterstütze ich Sie mit diesem Blick von außen. Eine eingehende Analyse Ihrer bestehenden Seite ist für mich immer der erste Schritt in der Zusammenarbeit mit meinen Kunden. Im nächsten Schritt erarbeite ich dann eine zielführende Struktur, überarbeite die bestehenden Texte und schreibe auch ganz neue Seiten, um potentielle Kunden die Inhalte zu liefern, die sie benötigen.

Sie wollen mehr darüber erfahren, was ich für Sie tun kann? Lesen Sie mehr: Wie ich Ihnen als Texterin behilflich sein kann